7. November 2014

Das Rennrad richtig putzen: Glaubensfrage Rennradreinigung.

Gerade in der Herbstsaison, wohl aber auch im März und April, wenn die neuen Rennkalender anfangen, abgearbeitet zu werden, sehen unsere Rennräder selbst nach kurzen Trainings-Ausfahrten meist aus wie nach einer Cross-WM im Schlamm Flanderns. An der Rennrad-Reinigung scheiden sich die Geister: Natürlich meint ein jeder, seine eigene Technik wäre die beste. Unmengen Geheimtipps, No-Gos, bekannte und unbekannte Pflegemittel und diverse Putz-Strategien kursieren durchs Netz. Ich will Euch heute meine Methode, wie ich mein Rennrad sauber und perfekt geschmiert halte, darlegen: 3 Schritte zum sauberen Rennrad.



"Sag mal, spinnst Du jetzt eigentlich völlig ...?!?"

Eine selbstverständlich vollkommen konstruierte Reaktion einer beliebigen Dame des Hauses.

Das Gröbste hole ich in der Dusche runter. Also Dreck ...
Wohl dem, der eine Badewanne hat.

Ihr kennt wahrscheinlich diesen geschockten Aufschrei Eurer Partnerinnen, wenn Ihr mal wieder nach einer herbstlichen Ausfahrt - ähnlich wie dieser hier, oder der hier - Eure Rennräder reinigt. Gut hat es hierbei, wer über eine Garage oder einen Waschplatz verfügt, der außerhalb der Wohnung liegt. Diesen Luxus habe ich leider nicht. Meine Strategie: Die Frau zum Shopping schicken und ihr versprechen, dass, wenn sie wieder die Wohnung aufschließt, diese wohlaufgräumt & alle Böden gewischt vorfinden wird. (Ich vermute allerdings, sie weiß ganz genau, was ich da wirklich treibe ... :)


4 Produkte, 3 Schritte - so einfach bekomme ich mein Rennrad sauber.


Ich fahre Fahrrad seit ich klein bin. Seit ich klein bin, muss ich die Gefährte auch putzen. Richtig durchgestartet bin ich aber erst ab 2008, als ich mein erstes richtig teures, komplexes Rad gekauft hatte: Und das Interesse an einem sauberen Rad - und damit einem einwandfrei funktionierenden und sicheren fahrbaren Untersatz - stärker wurde. Denn die Reinigung des Rennrads ist für mich auch immer ein Sicherheitsaspekt: Bremsen, Schaltung, bewegliche Teile - all dies checke ich beim Putzen natürlich mit. Auch deshalb putze ich mein Rennrad mittlerweile nach jeder größeren Ausfahrt, nach jedem Rennen sowieso.

Dabei habe ich über die Jahre meine eigene, für mich perfekte Vorgehensweise und die passenden Produkte gefunden. Im Prinzip nutze ich nur 4 davon: Ordinäres Geschirrspülmittel (frosch), WD40, den Kettengleitstoff DryFluid und ein Leder-Balsam. That´s it.

Mehr benötige ich eigentlich nicht: DryFluid, WD40, Leder-Balsam und frosch-Spüli.

Wenn ich mein Rennrad reinige, sind es im Prinzip drei einfache Schritte, die mich am Ende zum blitzeblanken Objekt der Begierde bringen. Erstens: Die Laufräder - inklusive der Kassette - separat reinigen, dann zweitens den Rahmen säubern und drittens, wenn die Laufräder wieder im sauberen Rahmen sind, kommt als letztes die Kette dran. Fertig.


Die Laufräder meines Rennrads: So bekomme ich alles blitzeblank sauber.


Laufräder, das geht einfach und schnell: Schnellspanner lösen (aber in der Achse belassen!), die Laufräder in die Dusche - bei groben Verschmutzungen - und alles einmal schön abduschen. Bei meinen hochprofiligen Mavic Cosmics muss ich dann noch schauen, dass ich das Spülwasser vorher aus den Ablauflöchern in der Felge heraus bekomme. Dann kommen die Räder auf eine Decke (Dielenboden zuhause, den wollen wir schützen), und ich wische mit einem normalen Haushaltsschwamm nochmals alles sauber. Besonders wichtig dabei, die Bremsflanken, die ich sehr gründlich von Abrieb und Schmutz befreie.


Erster Arbeitsschritt: Den Kranz sauber bekommen.
Ein Leichtes mit WD40 und dem "Smart Straw".

Dann geht es vor die Haustür (des Geruchs wegen) und dort baue ich aus alten Handtüchern eine Art Auffang-Becken. Mithilfe von WD40 (achtet beim Kauf darauf, dass ihr den langen Sprühschlauch, "smart straw" genannt, habt) sprühe ich nun den ganzen Dreck aus der Kassette. Richtig schön dick, dass es den ganzen Schmonz aufweicht, am besten schon rauswäscht.


Nun scheiden sich die Geister: Einige meiner Rennrad-Kollegen schwören auf die gute alte Zahnbürste, ich aber habe eine ganz angenehme Technik entwickelt, bei der ich mit einem flauschigen (natürlich ausgemusterten) Badetuch die einzelnen Ritzel der Pakete richtig gut sauber bekomme. Das ganze dauert keine 10 Minuten. Der erste Teil unserer Arbeit ist getan.


Alte Zahnbürste oder ausgemustertes Wuscheltuch: So easy blitzt
die Kassette wie am ersten Tag.

Nun befreie ich die Laufräder von den WD40-Spritzern, trockne alles sauber ab und kontrolliere dabei gleich jede einzelne Speiche auf eventuelle Beschädigungen. Auf diese Art und Weise habe ich an meinen Mavic R-Sys schon einen Speichen-Anbruch entdecken können ... Ihr seht: Sicherheit durch Sauberkeit. Nun bin ich hiermit fertig, ich stelle die Laufräder an die Wand und kann mich dem eigentlichen Dreckschwein widmen - dem Rahmen.

Den Rennrad-Rahmen shampoonieren: Alles blitzeblank am Rennrad.


Auch der Rahmen kommt bei mir unter die Dusche - das aber nur, wenn es vorher wirklich richtig hart und dreckig zuging. Ansonsten reicht es, wenn ich ihn umgedreht auf meiner wasserabweisenden Decke positioniere und kräftig, wohlwollend damit viel Schaum den ganzen Rahmen einshampooniere. Hier geht es mir eher darum, die Dreckkrusten aufzuweichen, denn alles zu säubern. 

Mein Cervélo S5 VWD hat eine matte Lackierung. Auch hier habe ich vorher schon einige - extrem übertriebene - Horrorgeschichten hören müssen, dass dieser Lack viel empfindlicher sei oder dass allzu engagiertes Reinigen den Matt-Effekt zerstören könne: Alles Humbug! Ihr könnt natürlich und absolut selbstverständlich auch Eure matt lackierten Rahmen putzen und schrubben. Meiner Meinung nach sind spezielle Pflegebehandlungen mit (teuren) Matt-Lack-Mittelchen Abzocke und unnötig.


Etwas geposed und übertrieben, dieses Foto, im Prinzip aber richtig: So
shampooniere ich den Rahmen ein und bekomme ihn schön sauber.

Ein Wort zu Hochdruck-Reinigern: Einige meiner Bekannten haben sich einen Kärcher zugelegt und schwören darauf. Auch sieht man oftmals bei Tour de France-Übertragungen oder anderen Profi-Veranstaltungen, wie die Techniker (wie ich finde, meist recht rabiat), die Rahmen mit diesen Geräten bearbeiten. Von Einigen höre ich immer wieder den "Tipp", mit dem Rennrad zu einer Tankstelle zu fahren, um dort für 1 Euro das Rad "abzuspritzen". Generell ist dagegen nichts einzuwenden - wenn man denn nur aufpasst, dass man das Wasser niemals in die Lager bekommt. Denn dann hat man (eventuell erst viel später) ein Problem. Tankstellen-Kärcher sind meist nicht justierbar, daher die Gefahr recht real, einige Wochen später mit durchgerosteten, quietschenden oder kaputt geriebenen Lagerschäden hohe Werkstattkosten begleichen zu müssen. Wenn Ihr Euch einen Hochdruckreiniger für Euer Rennrad zulegen wollt - achtet darauf, dass sich die Härte des Strahles an dem Gerät justieren lässt. Und dann nutzt eher die softeren Einstellungen. Ich für meinen Teil kann, da ich keinen Außen-Putzplatz habe, eh nur sagen: Handbetrieb ist Handbetrieb!

Habe ich den Rahmen schon dick eingewässert, trockne ich ihn nur grob ab. Zeit für Step 3.

Die Rennrad-Kette reinigen: So bekomme ich Leertrum und Lastrum sauber.


Noch immer sind wir nicht fertig: Der Rahmen hat zwar seine erste Waschung überstanden, es fehlt aber der finale Kick. Doch zunächst schaue ich mir die ganzen kleinen, fitzeligen und von oben meist nicht zu sehenden, aber wichtigen, Stellen an.
Ganz vorn dabei: Die Innenseiten der Gabel, die Hinterradaufnahme, die Innenseite der Kurbelblätter, Käfig und Umwerfer und natürlich die Bremsen. Nach einer regnerischen Herbst-Ausfahrt kann sich hier scheinbar kiloweise Dreck ansammeln!



Noch bleibt der Rahmen umgedreht: So kommt man besser
an die fiesen Stellen ran.

Es hilft alles nichts: Hier muss richtig geschrubbt werden. Dieser Arbeitsschritt kostet die meiste Zeit. Gewissenhaft verrenke ich mich, reiße mir auch schon mal dann und wann die Epidermis an der Hand auf, wenn ich allzu tief in die Ecken vordringen möchte: Ich bin Reinigungs-Pedant. Wie ein Dreck-Fetischist kann ich es nicht ertragen, wenn irgendwo noch ein Krümelchen kleben bleibt. Am Schlimmsten aber: Schwarze Fingerabdrücke an schon gereinigten Stellen. Das müsste man mal filmen: Seid Ihr da auch so autistisch veranlagt? 

Richtig kriminell wird es bei den Bremsen.



Fitzelig: Der ganze Schmodder in Gabel, Bremse & Co. Hier sind 
viel Wasser und Schrubb-Arbeit gefragt.

Das Cervélo S5 ist ein auf High-Speed getrimmtes Rennrad. Der Rahmen schmiegt sich, vor allem am Hinterrad, extrem eng an die Lauffläche des Rades an. Gerade bei Regen und auf verschmutzen Fahrbahnen zieht es teilweise extrem viel Schmutz in diesen sogenannten "Seattube Cutout". (Übrigens ist bei den 2015er-Modellen des S5 der Cutout etwas vergrößert worden, sodass nun auch 25mm-Pneus gefahren werden können, die 23mm-Reifen dann auf jeden Fall mehr Abstand haben). An meinem R3 habe ich den Cutout-Schmutz nicht so stark, doch auch hier sind es immer wieder die Bremsen, die es am dreckigsten trifft.

Hier reinige ich sehr aufmerksam und gründlich, denn Bremsen sind lebenswichtig.

Brauchen Di2-Bauteile eine Extrabehandlung?


Leider kann an meinem S5 die Batterie der elektronischen Schaltung Di2 noch nicht im Rahmen untergebracht werden - bei neuen Modellen ist das kein Problem - und so hängt der Akku, wie bei vielen anderen Modellen auch, unter einer Kettenstrebe, nur wenige Zentimeter über dem Boden.
Obschon die Batterieaufnahme von Shimano sehr geil gebaut ist - ich hatte selbst bei 10-stündigen Regenfahrten niemals auch nur den Hauch eines Problems mit der Schaltung - so muss ich doch immer wieder staunen, dass der Dreck selbst in die geschlossene Batterieaufnahme eindringen kann.


Die extern angebrachten Di2-Akkus sind zwar wasserdicht, ziehen
aber auch - bei harten Bedingungen - ganz schön Dreck. 

Ich nehme die Batterie immer vor dem Reinigen komplett raus und wische sie mit einem ganz leicht feuchten Tuch sauber. Das reicht hier meist. Die Aufnahme innen (siehe Foto oben) ist da schon eine andere Nummer: Gern sammeln sich hier Sand und Modder, aber auch Gräser und kleine Steinchen. Deshalb reinige ich mittlerweile konsequent mit dem wassergetränkten Küchenschwamm, spüle die Aufnahme regelrecht aus. Wichtig ist, dass man das ganze Areal komplett austrocknen lässt, bevor man den elektrischen Kreislauf wieder durch Einsetzen der Batterie schließt. Am besten, Ihr setzt den Akku erst am nächsten Tag ein.

Nun haben wir es fast geschafft: Die Laufräder werden eingesetzt, das Rad kann wieder umgedreht werden. Nun reinige ich nochmals mit dem Schwamm den kompletten Rahmen von oben nach unten durch. Ein sauberes, saugfähiges Handtuch rubbelt das Rennrad sauber.

Erst jetzt kommt die Kette dran. Auch das geht schnell: Ich sprühe die Kette der Länge nach schön fett mit WD40 ein, lasse alles 2, 3 Minuten einziehen und umfasse dann mit ein, zwei Lagen Baumwoll-Handtuch die Glieder. Nun ziehe ich durch Drehen an der Kurbel die Kette durch das Handtuch. Immer wieder wechsle ich das Handtuch, sodass mit der Zeit immer mehr Dreck im Handtuch - und immer weniger in der Kette bleibt. Irgendwann ist die Kette sauber.
DryFluid drauf. Einziehen lassen. Einmal abziehen - fertig!


Last but not least: Sattel fetten & Bremse einstellen.


Natürlich nutze ich den Augenblick und stelle die Bremsen ein. Es gibt nichts schöneres für mich, als richtig geil mittig laufende Bremsflanken und schön neat eingestellte, harte Bremsen! Habe ich das ganze fertig, fette ich meinen Sattel noch mit einem Lederpflegemittel ein. Dazu reicht ein handelsübliches (auf natürlichen Stoffen basierendes und vor allem farbloses!) Schuhpflegemittel. Ich habe da noch eine auf einem Wochenmarkt vor Jahren gekaufte große Dose, die scheinbar nie alle wird.


Soll schön smooth bleiben: Das Sattel-Leder.

Jetzt sind wir eigentlich fertig. Eigentlich. Denn nicht alle Flecken, schon gar nicht die öligen, gehen mit frosch-Spüli ab. Da kann man noch so viele Liter über das Rennrad kippen. Als tricky erweist sich hier zudem der matt lackierte Rahmen: Denn die Klarlackschicht bei anderen Rahmen ist einfach glatter - hier geht der Schmutz viel leichter ab. Der rauhe Matt-Lack ist vergleichbar mit dem Effekt, den Hundekacke in einem grobstolligen DocMarten´s hat: In den Rillen bleibts halt hängen.

Hier nun die letzten Handgriffe: Einen Spritzer WD40 auf das Handtuch und den Fleck weggerubbelt. Keine Sorge, wenn der Matt-Rahmen kurzzeitig ölig glitzert, der schöne Matt-Effekt kommt schnell wieder, spätestens, wenn das WD40 "verdampft" ist (oder was auch immer da passieren mag).

Wenn alles sauber ist: Bremsen einstellen nicht vergessen.Und wie schön ist es, wenn Ihr Euer wohlduftendes, glänzendes Rennrad, noch dazu sauber eingestellt und bereit zur nächsten abenteuerlichen Ausfahrt, glitzernd und schillernd wie am ersten Tag über Eure Betten, im Flur (wie bei mir) oder einfach nur an die Wand gelehnt bestaunt und, stolz wie Oskar, einfach nur ein Lächeln auf Euren Lippen habt? Für mich gibt es kaum etwas faszinierenders, als dieses mechanische (und mittlerweile auch elektronische) Wunderwerk Rennrad! Kunstwerk. Kunststück.Eine Zierde für jeden Wohnraum - und mithin ein Gewinn für jede Straße, auf der Ihr später mit Eurer Maschine wieder in die Kurbeln hauen werdet.




Ein sauberes Rennrad an der Wand: Was kann es schöneres geben?

Ich hoffe, ich konnte mit meiner Reinigungsstory vielleicht ein paar nützliche Tipps geben? Ansonsten wünsche ich Euch ebenso viel Spaß, wie ich ihn habe, nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Putzen: Denn hier steigt zumindest bei mir die Vorfreude auf den nächsten Ritt ins Potenzierte.

Hier noch die Links zu den Produkten, die ich für die Reinigung meiner Cervelos benütze:

Das - übrigens in den 60er-Jahren für die amerikanischen Atlas-Atomraketen entwickelte - WD40 bestelle ich immer hier bei Conrad in den praktischen 500 ml-Dosen mit dem praktischen "Smart Straw" für 9 bis 12 €.

Unschlagbar, leider mit 19 € pro Flasche etwas teuer, aber aus meiner Sicht und von dem, was ich von den verehrten Rennrad-Kollegen höre, das beste Schmier- und Gleitmittel für Kette und die beweglichen Teile: DryFluid, könnt Ihr hier bestellen. Ihr unterstützt damit ein deutsches Start-Up, das vom Bike-verrückten, sympathischen Rolf Jacobs im brandenburgischen Teltow geleitet wird.

Mein Lederpflegemittel gibt es anscheinend nicht mehr auf dem Markt (die Dosen halten Jahre!), aber da könnt Ihr ganz normale Schuhpflegemittel benutzen. Achtung: Auch Lenkerband aus Leder könntet Ihr damit pflegen - allerdings sind diese dann vor allem bei Regen extrem rutschig und nicht mehr sehr grifffest. Sturzgefahr!


Wie reinigt Ihr Eure Rennräder und welche Tipps & Tricks habt Ihr noch so auf Lager? Ich freue mich wie immer über Eure Comments.





Du suchst Berichte von einer bestimmten RTF, einem Rennen oder Gran Fondo? Ich bin nunmehr fast 30 dieser Events im Rahmen des German Cycling Cup, der UCI-World Cycling Tour und des italienischen Prestigio-Gran Fondo Cup gefahren. Einfach hier klicken: Vielleicht findest Du in meinen Listen genau das Rennen, für das Du Dich interessierst?

26. Oktober 2014

Der härteste Radmarathon: Ötztaler, Alpenbrevet, Tour du Mont Blanc und Endura Alpen-Traum im Renn-Check.

Auch wenn meine Rennrad-Saison 2014 insgesamt nicht gerade der Burner war, so hatte ich in diesem Jahr doch das Glück, drei der ganz großen Namen der Alpen-Radmarathons fahren zu dürfen. Zudem konnte ich quasi noch als Bonus einen wirklichen Geheimtipp entdecken. Doch welcher ist jetzt der härteste dieser vier Radmarathons? Ich starte eine unabhängige, nach möglichst objektiven Kriterien selbstverständlich vollkommen subjektiv eingefärbte Untersuchung. 


Der Ötztaler oder doch das Alpenbrevet? Der neue Alpen-Traum oder die Tour du Mont Blanc? Ich möchte in diesem Blog-Post versuchen, Kriterien aufzustellen und diese vier Rennen zu bewerten. Sicher, es gibt viele Rennen, die noch härter, noch fieser und noch verrückter sind: Das Race Across the Alps zum Beispiel (hier geht es zum Bericht meiner Teilnahme 2012) oder auch die Elbspitze. 
Ich möchte mich in diesem Post aber bewusst auf die vier genannten beschränken, da eine Teilnahme an diesen Rennen für den gut bis hervorragend trainierten Hobbysportler wie gemacht ist - wer den Ultrasport sucht, dem möchte ich die einschlägigen Websites dieser Athleten empfehlen.


Was ist "Härte"? Der Versuch, Bewertungskriterien zu finden.


Eine schwierige Frage, denn Härte - das ist immer subjektiv. Und deshalb kann auch dieser Artikel nur meine persönliche Meinung widerspiegeln. Denn ob eine sportliche Betätigung hart ist oder nicht, das hängt von unzähligen Faktoren ab: Ich kann meine an sich vielleicht etwas langweilige 30-Minuten-Hausrunde so fahren, dass sie ultrahart wird, kann mir gleichzeitig den Ötztaler Radmarathon hier geht es zum Rennbericht - wie 2014 geschehen - so einteilen, dass ich ihn relativ easy finishe. Relativ halt. 

Ein Radrennen in den Alpen: Für mich immer Höhepunkt & Vollendung von Radsport.

Härte, das ist zunächst mein persönlicher Einsatz. Der wird bei jedem Teilnehmer durch Trainingszustand, Tagesform und Zielsetzung anders aussehen. Härte, das ist aber immer auch das Wetter - logisch, wie entscheidend der Einfluss des Wetters sein kann, bei über 200 Kilometern, mehr als 10 Stunden Renndauer und das teilweise in der Spätsaison durch die Hochalpen. 

Dennoch versuche ich, ein paar allgemeingültigere Kriterien für meine Bewertung festzulegen. Ich nehme mir  als erstes die Strecke selbst vor: Die zu überbrückende Gesamtdistanz ist mir aber ein noch etwas unklarer Begriff: 100 Kilometer können flach sein, können steil sein und können noch steiler sein. Also rechne ich den Anteil der Steigungskilometer heraus. Doch wie steil sind diese? Ein Indikator für die Härte sind die Steigungsprozente, die ich mir errechne, indem ich von den Durchschnittsprozenten der Anstiege wiederum den Overall-Gradient ziehe. Auch dieser kann natürlich nur ein Näherungswert sein, denn es sind in ihm sicher nicht die ganzen kleinen Wellen berücksichtigt, die man abseits der großen Pässe (zum Beispiel in den fiesen Flachstücken des Endura Alpen-Traum hier geht es zum Rennbericht) zu meistern hat. Nicht fehlen düfen natürlich die Höhenmeter in diesem Zusammenhang. 

Weiterhin versuche ich, einen "Wetterfaktor" einzuführen: Hierzu frage ich bei den Organisatoren an, ob sie mir generell etwas zum Wetter der letzten fünf Austragungen (beim Alpen-Traum gibt es erst mal nur die letzten beiden) sagen können: War es eher nass und kalt, sonnig und trocken? Hieraus kann ich eine Art Schulnote zur Wettersicherheit geben.


Gerade zum Saisonende: Das Alpen-Wetter kann richtig fies werden. Stundenlang.

Ebenso wichtig wie Strecke und Wetter, finde ich, ist die Organisation eines Rennens. Das beginnt mit der Qualität der Website bei der Anmeldung (und überhaupt der Chance, einen Startplatz zu bekommen), natürlich die Höhe des Startgelds des Rennens (die ich in Relation zu der gebotenen Leistung setze) sowie die Leistungen im Rennen selbst: Starterbeutel, Rahmenprogramm und natürlich Verpflegung und Streckensicherung. 


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Weitere, persönliche Kriterien wie die Umstände der persönlichen Anreise, die bei vielen von Euch sicher immer auch Ausschlag gebend sind, ziehe ich bewusst nicht mit in die Bewertung: Lebt Ihr in München sind Alpen-Radmarathons nur ein, zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Wohnt Ihr wie ich in Hamburg, ist die Anreise lang, umständlich und teuer. Allgemein gültig kann ich das in einem Blog-Post wie diesem deshalb natürlich nicht bewerten.


Die Renntermine der vier Rennen variieren: Sommer, Spätsommer - Herbstbeginn. 
Vorsicht Alpenwetter!

Abschließend möchte ich jedem Rennen eine Art Prädikat verleihen - denn eines, das steht jetzt schon fest: Alle vier Rennen sind große sportliche und psychische Herausforderungen, bieten unheimlich viel Spaß, Leid, Herausforderung und Endorfin-Potenzial und jedes ist - auf seine ganz eigene Weise - besonders hart, besonders fordernd und unverwechselbar.

Die Radmarathon-Strecke: Distanzen, Steigungen, Gradienten und der Wetterfaktor.


Zunächst vorweg: Ich gebe Schulnoten. Die 1 ist dabei immer die beste Note - also "härteste Srecke", "höchstes Wetterrisiko" oder - bei der Orgabewertung - "beste Orga". Jede der drei großen Bewertungsblöcke, die nun kommen (Strecke, Wetter und Orga) besteht wiederum selbst aus vielen Einzelbewertungen, die ich auch (fast) alle hier veröffentliche. 

Zu den Strecken. Was die Härte dieser Rennen angeht, so sind die Einzelwertungen sehr unterschiedlich ausgefallen. In puncto Streckenlänge und Anteil der Steigungskilometer an der Gesamtdistanz sind Tour du Mont Blanc (irgendwie auch logisch) und der Alpentraum auf den vorderen Plätzen. Die TMB aufgrund ihrer extremen Länge und dem mit 55% höchsten Bergauf-Anteil, der Alpentraum aufgrund der Streckenlänge bei immerhin noch knapp 30% bergauf. Beim Alpentraum kommen zur Härte jedoch die sehr Kräfte zehrenden Flachstücke hinzu, die in dieser krassen Form bei keinem der anderen Rennen zu meistern sind. Nur unwesentlich weniger "hart" Gold-Runde des Alpenbrevet und der Ötzi, die mit 2,3 und 2,7 noch immer ansehnliche Noten erhalten. (jeweils Note 1,3 für TMB und Alpen-Traum).



So kann man sich der "Härte" annähern: Distanz und Steigung
sind wichtige Indikatoren. Sicher aber noch viel zu ungenau: Deshalb betrachte ich noch den Anteil
der Steigungskilometer an der Gesamtlänge sowie
die durchschnittliche Steigung aller großen Anstiege.

Gerade für einen 63-Kilo-Hämpfling wie mich, der im Prinzip über keinerlei Körperfett verfügt, ist das Wetter eine der ganz entscheidenden Größen. Ist es kalt und friere ich, muss mein Körper überproportional viel Energie aufwenden, um mich warm zu halten - das bekannte Zittern. Energie, die mir dann am Ende natürlich in den Beinen fehlt. Wenn es dazu dann noch regnet, ist für mich alles aus: Ich habe bisher keine Rennbekleidung entdecken können, die komplett wasserdicht ist. Schon nach wenigen Minuten Regen ist man deshalb komplett durchnässt. Wenn es nun noch dazu kalt ist, ist die Katastrophe vorprogrammiert.
Oder sagen wir so: Wird das Rennen richtig hart.

Ich frage bei den Organisatoren der vier Rennen nach den Wetterdaten der letzten 5 Austragungen (wobei die Ausnahme der Alpen-Traum ist, den es ja erst seit 2 Jahren gibt). Ich kann so auf einer Skala von 1 bis 6 das Wetterrisiko bewerten, wobei die 1 für "nass & kalt", die 6 für "warm & trocken" stehen, die Noten dazwischen für "wechselhaft - eher schön" als 4, und "wechselhaft - eher unschön" als 3 gelten.

Vielen Dank an Ernst Lorenzi, dem Organisator des Ötzi, an Michael Schild vom Schweizer Alpenbrevet sowie an Laura Dufour von der Tour du Mont Blanc: Sie geben mir bereitwillig und sehr detailliert Auskunft. Da ich bei den beiden Alpen-Traum Austragungen dabei war, sind diese Daten schnell erhoben - ich muss mich nur selbst erinnern.



So war das Wetter der 4 Rennen in den letzten 5 Jahren.

Schaue ich mir diese Statistik an, so haben vor allem der Ötztaler Radmarathon, gefolgt von der Tour du Mont Blanc nach meiner Skala dabei das höchste Risiko, eine eher nasse und kalte, daher "harte", Rennerfahrung zu machen, Alpenbrevet und Alpen-Traum können als risikofreier mit Aussicht auf "eher schöne, wenn auch stellenweise wechselhafte" Rennen angegangen werden.

Sicher, diese Bewertung weist Schwächen auf: So ist bei solch langen Rennen natürlich immer die individuelle Geschwindigkeit - und damit die Renndauer - entscheidend. Mitstreiter beim diesjährigen Ötztaler Radmarathon zum Beispiel, die um die 8 Stunden finishen konnten, hatten das Glück dem fiesen Starkregen der 2014er-Ausgabe halbwegs zu entkommen. Langsamere Fahrer, wie ich, die 11 bis 12 Stunden gebraucht haben, sind mitten auf dem Timmelsjoch in die nass-kalte Regensuppe gekommen. 

Alles in allem aber kann ich folgende Endnoten, was die "Wetterhärte" der Rennen angeht, vergeben:



Das Risiko, ein "hartes", weil nasses und kaltes, Rennen zu erleben, ist beim Ötzi und der TMB am höchsten.

Ich kann sagen, dass 2014 aufgrund der oftmals bescheidenen Wettersituationen für mich bei meinen Rennteilnahmen eher eine nasse, kalte Saison war: Perfekt zwar für unseren neuen Teamsponsor, DuraCase - schocksichere, wasserdichte und temperaturbeständige Cases für das iPhone mit 3facher Batteriekapazität. 

Und dennoch, nie waren die richtige Bekleidung und vor allem die mentale Einstellung bei diesen - durch das Wetter - harten Rennen wichtiger, als in dieser Saison. Auch deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal eindringlich - vor allem den Erstteilnehmern - raten, zu diesen Events voll ausgestattet mit warmen, (halbwegs) wasserdichten Klamotten anzureisen. Auspacken geht immer - frierend und zähneklappernd auf 2.500 Metern Höhe ein DNF hinzulegen ist, gerade bei dem hohen Aufwand bei diesen Rennen, ein sehr demotivierendes Erlebnis. Da weiß ich genau, wovon ich spreche ...

Top-Organisation auf hohem Niveau: Was bieten die Alpen-Rennen vor, abseits und nach dem Event?


"Was hat denn die Anmeldung oder ein Starterbeutel mit der Rennhärte zu tun?!?", höre ich schon Einige poltern. Gute Frage. Sportlich gesehen nichts, sicher. Doch ich finde, die Qualität einer Veranstaltung muss sich auch an der Qualität aller Service-Leistungen rund herum messen lassen, denn was nützt mir die "härteste" Strecke, wenn ich beschissene Labestationen habe? Was die längste Strecke, wenn diese unzureichend beschildert ist? 

Sicher, die Orga ist von allen drei Teilfaktoren, die ich bewerte, der am wenigsten wichtige für eine Bewertung der Härte. Deshalb geht diese auch nur mit 15% in die Gesamtnote ein. Wetter und Streckenhärte übrigens mit 35% beziehungsweise 50%.

Wenn ich mir also die Orga anschaue, dann sind hier durchweg gute Noten vergeben worden - 2,0 bis 2,7. Keine Veranstaltung, die auf diesem Gebiet echte Mängel hätte. Dennoch gibt es Unterschiede. So kann der Ötztaler Radmarathon eindeutig diese Teilkategorie gewinnen, weil er neben der besten Website und der besten Informationspolitik die beste Infrastruktur am Event-Ort, ein wirklich großartiges Rahmenprogramm (auch für Nicht-Teilnehmer) und die beste Strecken-Logistik (Laben, Sicherheit usw.) bietet. Unerreichtes Spitzenniveau auch dank der Vollsperrung der Strecke.



Bei der Organisation macht niemand den Söldenern etwas vor. 
Der Ötztaler Radmarathon ist ein 5-Sterne-Rennen.

Auch das Alpenbrevet bekommt eine sehr gute Note - nicht unbedingt des Starterbeutels, der Website oder des Rahmenprogramms wegen, sondern vor allem durch das extrem attraktive Startgeld (nur 80 €!) sowie eine durchweg gute Streckenbetreuung. Zudem ist das Starterfeld angenehm klein, sodass man während des gesamten Rennens zwar niemals alleine fahren muss - aber auch nicht die Massen eines (Bsp.) Nove Colli zu ertragen hätte.

Etwas abgeschlagen die Tour du Mont Blanc: Diese Veranstaltung ist natürlich mit ihren knap 400 verwegenen Teilnehmern viel zu klein, als dass es sich hier lohnen würde, einen solch großen Aufwand für das "Drumherum" zu fahren. Hier steht eindeutig der Sport im Mittelpunkt und alle Punkte rund um diese Kategorie bekommen auch durchweg gute und Bestoten. Ich möchte hierbei als Schleckermäulchen dennoch nochmals das fantastische und in dieser Kategorie unerreicht geniale Finisher-Büffet erwähnen: Kulinarisch kommt da keines der drei anderen "großen" Rennen ran!

Doch schauen wir uns nun einmal jedes der vier Rennen im Einzelnen einmal genauer an ...

Das Alpenbrevet: Ein Top-Event in den Schweizer Hoch-Alpen.


Das Alpenbrevet wird vom Schweizer SwissCycling-Verband nun schon seit 2003 organisiert. Das Rennen erfreut sich demnach vor allem bei Teilnehmern aus den umliegenden Kantonen, vielen Italienern und Franzosen großer Beliebtheit - findet aber auch eine große Teilnehmerschaft, die sich aus deutschen Landsmännern rekrutiert.

Das Rennen kann in 3 Strecken gefahren werden. Vorsicht: Alle 3 Strecken sind für sich genommen wirklich hoch anspruchsvoll. Die Silber-Runde, mit 3 Pässen und 3.800 Höhenmetern auf 132 Kilometern kann sich zum Beispiel locker mit einem Dreiländergiro messen. Die Gold-Runde, die ich gefahren bin hier geht es zum Rennbericht des Alpenbrevet, wartet mit 4 Pässen auf 5.400 Höhenmetern auf 172 Kilometern auf - ein harter Brocken! Und für ganz Verwegene der Ritterschlag: Die Platin-Tour hält ganze 5 Pässe mit insgesamt 7.100 Höhenmetern auf sage und schreibe 276 Kilometern bereit!

Ich war 2014 für die Platin-Runde angemeldet, hatte aber nur Power für die Gold-Tour, die ich hier bewerte.

Die Strecke
Die 4 Pässe (Grimsel, Nufenen, Gotthard und Sustenpass) sind alle in ihrer Anlage her unterschiedlich anspruchsvoll. Der Grimsel ist lang, nur oben kurz steil, der Nufenen kürzer, dafür giftig, Gotthard durch das Kopfsteinpflaster technisch anspruchsvoll und der Susten dann nie enden wollend. Das Peloton durchquert eine wunderschöne Landschaft - die Schweizer Berge wirken auf mich "kompakter", die Täler tiefer und daher alles etwas überwältigender, als beispielsweise in Tirol, wo man die Höhe nie so richtig merkt. Die Gold-Runde killt einen nicht - verlangt aber zweifellos einen gut trainierten Fahrer mit richtig Stamina.
Wer Platin fahren will, der muss richtig Speed drauf haben: Das Time-Limit ist unerbittlich (ich kam 15 Minuten zu spät).



Besondere Highlights
Als absolutes Highlight habe ich den Gotthard-Pass empfunden. Durch das Val Tremola die alte Postkutschen-Straße hinaufzufahren - knapp 10 Kilometer auf Pflasterstein - ist sehr (vor allem kopfmäßig und fahrtechnisch) anstrengend, zuweilen nervig, aber wirklich richtig beeindruckend. Toll ist auch, dass man ohne Probleme die Strecke wechseln kann, ohne aus der Wertung zu fallen: So haben wir es gemacht. Für Platin gemeldet, am Ende in Gold gefinished. 

Den Gotthard-Pass via Val Tremola: Mal "was anderes" ...

NoGo
Wirkliche NoGos habe ich keine, vielleicht nur die Warnung vor der Betonplatten-Abfahrt vom Nufenen-Pass: Hier beide Hände immer fest am Lenker halten, denn die Fugen zwischen den Platten können sich, vermutlich durch Temperaturschwankungen, zu kleinen Sprungschanzen aufwellen. Sturzgefahr!

Fazit
Eine wirklich anspruchsvolle (und für Platin-Fahrer hochanspruchsvolle, sehr fordernde) Runde. Das kleine Feld wirkt angenehm: Man ist zwar nie richtig allein, wird aber auch nicht von Massen á la Nove Colli oder Cyclassics zerquetscht. 

Startgeld & Anmeldung
Das Alpenbrevet kostet - Schnäppchen! - ab 80 Euro, die Anmeldung verläuft online ohne Probleme. Einen Startplatz-Run habe ich nicht erlebt, obschon das Teilnehmer-Limit von 2.500 Fahrern jährlich erreicht wird. Anmelden könnt Ihr Euch hier auf der Alpenbrevet-Website.

Der Ötztaler Radmarathon: Prestigeträchtiger Klassiker und ein Muss im Palmarés.


Der Ötzi ist das prestigeträchtigste Rennen der Alpen und der größte Name im Rennkalender. Selbst Nicht-Radsportler haben von diesem Rennen schon gehört und viele Ex-Profis wie zum Beispiel Jan Ullrich oder Jörg Ludewig lassen es sich nicht nehmen, hier Jahr für Jahr anzutreten. Seit wahnsinnigen 23 Jahren wird der Alpen-Klassiker im Skiort Sölden gestartet - knapp 5.000 glückliche Starter gehen hier auf die 238 Kilometer lange Strecke. Ich selbst konnte den Ötztaler Radmarathon bisher zwei mal bestreiten, 2012 und 2014, und muss zugeben: Auch ich bin Ötzi-süchtig.

Die Strecke
Beim Ötztaler sind 4 Pässe zu überwinden: Das steile Kühtai mit der sehr schnellen und anspruchsvollen Abfahrt, der flache, daher sehr schnelle Brenner-Pass, der Jaufen-Pass mit seiner Traum-Abfahrt und der König, der Scharfrichter: Das Timmelsjoch. Die Strecke ist meiner Meinung nach sehr gut und flüssig zu fahren. Kühtai, Jaufen und Timmelsjoch sind klassische Alpen-Pässe mit ihren Eigenheiten, die allesamt jedoch dem gut trainierten Radsportler keine Probleme bereiten sollten - wenn er sich das Rennen klug einteilt. Einzig der "harmlose" Brennerpass kann dem, der hier allzu übermütig Gas gibt, die Körner im Nu wegbrennen.


Besondere Highlights
Ganz besonders freue ich mich immer auf die Kühtai-Abfahrt, die extrem schnell ist. Hier kann ich 2012 auf 96 km/h kommen, was nicht mal Rekord ist. 2014 sollen hier 114 km/h erreicht worden sein. Dennoch Obacht: Dieses Downhill ist wirklich sehr gefährlich! 
Ganz krasse Einblicke bietet auch immer die letzte Labestation auf der Hälfte zum Endanstieg das Timmelsjoch hoch: Hier kann man rotgesichtig pumpende Teilnehmer beobachten, die sich voller Verzweiflung ihre Trink-Flaschen randvoll mit purem Red Bull füllen ...

Kühtai-Abfahrt: High Speed-Rausch mit Garantie.

NoGo
Richtig echte NoGos habe ich auch beim Ötzi keine. Nur vielleicht das Bedauern, dass aufgrund der hohen Nachfrage (über 20.000 Startplätze könnten vergeben werden) nur der eine Nummer bekommt, wer in den 2 Losverfahren gezogen worden ist. Hier kommt neben dem Prestige also auch noch das Glück zum Zuge, für einen Großteil der Angemeldeten leider jedoch nicht. Dennoch: Wer 3 mal nicht gelost wurde, bekommt beim 4ten mal garantiert seine Rückennummer.

Fazit
Ein rasantes Auf und Ab durch die Tiroler Alpen mit kurzem Intermezzo in Innsbruck. Sölden ist absolut perfekt auf die Radsportler abgestimmt, wer hier herkommt, den erwartet ein fehlerlos organisiertes Event, die mitreisende Familie wird mit einem tollen Rahmenprogramm unterhalten und die Glückshormone im Ziel sind unbeschreiblich. Ein absolutes Muss in einer Hobby-Radsportkarriere!

Der Traum eines jeden Hobby-Radsportlers: Ein Ötzi-Finish.

Startgeld & Anmeldung
Um in die Lostrommel zu kommen, sind zunächst 5 Euro einzuzahlen. Wird man nicht ausgelost, erhält man dieses Geld nicht zurück. Ab 2014 liegen die Startgebühren für den Ötzi mit 129 Euro auf einem hohen Niveau: Angesichts des Faktes, dass man hier aber eine perfekte Veranstaltung auf (einmalig bei Radmarathons!) komplett gesperrten Straßen fährt, halte ich diese Gebühren für okay. Die Anmeldung erfolgt auch hier bequem online auf der - mit Abstand besten - Internet-Seite des Ötztalers.

Die Tour du Mont Blanc: Geheimtipp für Ultra-Sportler.


Die Tour du Mont Blanc war mir bis wenige Wochen vor meiner Teilnahme noch kein Begriff. Das Rennen wird allerdings schon seit 5 Jahren im französischen Skiort Les Saisies in der Nähe von Megéve (gut von Genf aus zu erreichen) gestartet. Zum Einen mag diese in Deutschland relative Unbekanntheit darin begründet liegen, dass der Veranstalter - Sportcommunication, organisiert auch die La Marmotte - nicht allzu viel Werbung in Deutschland betreibt. 
Zum Anderen sehe ich den Grund für diese Unbekanntheit im Rennen selbst: Eine Renndistanz von insgesamt 330 Kilometer und die Summe von 8.000 Höhenmetern ist eben halt kein "Klacks". Die Zielgruppe dann dementsprechend beschränkt: 2014 gehen mit mir keine 400 Damen und Herren an den Start.

Die Strecke
Die blanken Zahlen treiben einem schon beim Lesen die Schweißperlen auf die Stirn, den Krampf in die Waden: 330 Kilometer, ein mal rund um den Mont Blanc. Dabei sind nicht weniger als 6 Pässe sowie der krasse Endanstieg hinauf nach Les Saisies zu überbrücken. Die 330 Kilometer kommen natürlich nicht ohne Flachstücke aus: So hat der Starter etliche Dutzend Kilometer im fließenden Verkehr auf teilweise stark befahrenen Straßen zu überbrücken, bevor es in den nächsten Anstieg geht. Ich selbst habe aufgrund des extrem schlechten Wetters (das Rennen wurde wegen eines schweren Gewittersturms abgebrochen, ich bin bei km 206 raus) nur 3 Pässe fahren können, kenne zwei der 3 ausstehenden aber schon aus früheren Rennen und kann nur sagen: Das Ding ist nichts für nicht wirklich exzellent austrainierte Radsportler!



Besondere Highlights
Besonderes Highlight war bei meiner Teilnahme die Organisation selbst. Die Firma Sportcommunication hat ein wirklich sehr engagiertes Team vor Ort, das sich schon im Vorfeld via E-Mail sehr intensiv und individuell mit meinen Fragen beschäftigt hatte: Dann die Herren und Mädels dort zu treffen, war etwas Besonderes. Die Atmosphäre bei der TMB ist deshalb sehr familiär, fast intim, was auch zum kleinen, aber angenehm ruhigen Skiort Les Saisies passt.

Streckenmäßig hat mich der Anstieg zum Col du Grand Saint Bernard hier geht es zum ganzen Rennbericht der Tour du Mont Blanc Cyclo total geflasht! Ganze 45 Kilometer bergauf tun richtig weh in den Beinen (und im Kopf!) und die 2.009 Höhenmeter, die man hier an diesem einen Pass sammelt, machen ihn zum "höchsten" aller Alpenpässe, was die hm angeht.




Auch hier musste ich stundenlang im Regen aushalten.

Besonders hervorheben möchte ich noch das Büffet nach dem Rennen: Eine solch üppige Auswahl an warmen und kalten Speisen habe ich seit der 4-Sterne-Tour Haute Route nicht mehr gesehen - Wow!

NoGo
Die Tour du Mont Blanc ist ein sehr kleines Rennen, bei nicht einmal 400 Teilnehmern kann der Veranstalter natürlich nicht die selben Leistungen bieten, die er bei einem Event mit mehreren tausend Teilnehmern locker finanzieren kann. Dennoch bin ich überrascht: Die Labestationen sind sehr gut ausgestattet und als dann gegen 18 Uhr das Rennen für alle Teilnehmer aufgrund des fiesen Wetters abgebrochen wird dauert es keine Stunde, bis alle Teilnehmer von den Begleitfahrzeugen eingesammelt und in Sicherheit gebracht worden sind. Einziges NoGo, das ich mir vorstellen kann: Wenn man genug trainiert ist, hier nicht teilzunehmen.

Fazit
Von allen vier hier beschriebenen Radmarathons (und sicher von allen, die mir überhaupt bekannt sind) ist die Tour du Mont Blanc sicher der härteste: Streckenlänge und Höhenmeter sind weit jenseits dessen, was man bei den anderen Rennen leisten muss - alles natürlich immer in Relation zu einem Zeitlimit, innerhalb dessen man sich bewegen muss. Wer die Platin-Runde des Alpenbrevet geschafft hat, wird selbst bei der TMB noch gehörig einen draufsetzen müssen: Startzeit dieses Rennens ist nicht umsonst 5 Uhr in der Früh!

Es gibt gerade bei schlechtem Wetter immer sehr haar(nadel)ige Situationen ...

Startgeld & Anmeldung
Die Startgebühr für die Tour du Mont Blanc beträgt 125 Euro (Early Bird, 205 Euro ab eine Woche vor Start). Die Anmeldung kann bequem online oder mit einem Fax geschehen. Vielleicht attraktiv für alle, die mal die TMB beschnuppern wollen, ohne sich gleich komplett kaputt zu fahren - es gibt die Möglichkeit, sich mit einem Fahrer die Strecke zu "teilen". Zwar nehmen wegen der aufwändigen Logistik nur wenige Staffeln teil, aber wer ein mal den Mont Blanc (halb) umrunden möchte, für den kann das eine attraktive Möglichkeit sein. Abgesehen davon sind die Alpen rund um den Mont Blanc wirklich wunderschön: Anders, als in Tirol, aber sehr schön!
Hier auf der Website könnt Ihr Euch anmelden.

Endura Alpentraum: Zum Saisonschluss mit Quäldich-Garantie.


Mit dem Endura Alpen-Traum verbindet mich eine Hassliebe. Dieses Rennen ist 2013 zum ersten Mal im bayrischen Sonthofen gestartet und seit dem zwei mal ausgetragen worden. Beide Male, leider, habe ich nicht die ganze Strecke geschafft: Beim ersten Versuch war es meine Psyche, die mich verlassen hatte, beim zweiten Mal der mangelnde Trainingszustand, der wieder nur ein Finish mit 1.500 Höhenmetern und 30 Kilometern zu wenig zugelassen hatte. Dennoch: Ich liebe den Alpen-Traum. Er ist ein ganz besonderes Rennen.

Die Strecke
Der Alpen-Traum ist deshalb schon etwas besonderes, weil er kein Rundrennen wie die anderen ist. Also nicht von A nach A, sondern von A nach B. Start ist hierbei immer Sonthofen im Allgäu. Wer sich für die kurze Strecke entscheidet, der startet im österreichischen Landeck. Neu: in 2015 soll es zur dritten Ausgabe noch eine Kurzdistanz geben, dazu gibt es allerdings noch keine Informationen.
Ich beziehe mich in diesem Beitrag auf die Langdistanz: 252 Kilometer mit 6.078 Kilometern und 6 Pässen, die es zu überbrücken gilt. 



Mit einem Satz: Der Alpen-Traum ist einfach nur richtig krass! Abgesehen von den reinen Streckendaten, die schon "schlimm genug" sind, spielt das (anfangs des Rennens bisher immer widrige, dann "zu gute", weil sehr heiße, Wetter) eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt, dass die ersten 5 Pässe allesamt nicht die großen Namen sind - dafür umso krasser. Vor allem Hahntennjoch und mehr noch die extrasteile Pillerhöhe fordern Kletterstärke par excellence. Dass mit dem Umbrail & später Stelvio sowie dem 15 Kilometer langen, richtig fiesen Endanstieg ins Ziel nach Sulden nochmal böse Steigungen warten, sollte hier genug Info sein. Mehr zu den Strecken findet Ihr in meinen Rennberichten: Hier von der ersten Ausgabe des Alpen-Traums 2013 und hier von der letzten Alpentraum-Ausgabe 2014

Besondere Highlights
Beim Alpen-Traum DAS Highlight herauszupicken ist schwer. Denn das Rennen hält so viele bereit: Seien es die - nennen wir sie mal - "Schmankerl" der Strecke, zum Beispiel mal durchgängig zweistellige Prozente die Pillerhöhe hinauf, sei es der Wetterwechsel von Kaltnassbibber am Start zu Heißesonneschwitzen ab Norbertshöhe oder eben das Finish unter dem Ortler, Tirols höchstem Berg. 
Besonders schön finde ich immer noch den Bustransfer am nächsten Morgen zurück nach Sonthofen: Hier kann man auf der 3- bis 4-stündigen Fahrt noch einmal große Teile der Strecke beschauen ("Ach, so steil ist das hier?!?") und sich in Fachsimpeleien mit anderen Teilnehmern ergehen.

Wer den Reschensee umrundet hat schon viel geschafft.
Und den richtigen Klopper noch vor sich: Umbrail.

NoGo
Für viele (auch meiner Leser) ist die komplizierte Logistik des Alpentraums ein NoGo: Anreise nach Bayern, dann Finish in Italien, kostenpflichtiger Bus-Transfer zurück und dann wieder Abreise. Komplizierter als bei den Rundrennen. Und teurer. Für mich jedoch kein NoGo: Ich finde es ausgesprochen cool, mal eine Strecke und keinen Kreis zu fahren.
Erwähnenswert ist noch das Wetter: Bisher wurden wir bei allen Ausgaben richtig nass. Es war beim ersten Mal sehr kalt, beim zweiten Mal erträglich, dennoch frostig. Ab Tirol wird es dann warm. Sogar heiß. Also: Alles an Klamotten mitnehmen, was geht. Besonders erwähnenswert finde ich noch das Hahntennjoch, genauer, die Abfahrt. Die ist sehr schnell und sehr gefährlich. Hier auf jeden Fall extrem aufpassen! Und noch eine letzte Warnung: Die "Flachstücke" des Alpen-Traum, die nicht wirklich flach sind, sondern fiese Auf-und-Ab-Wellenbäder, ziehen richtig Körner - können aber auch entscheidend sein, ob man das Zeitlimit schafft oder nicht. Hier gilt es, mit viel Kraft-Ausdauer eine hohe Speed zu halten und dabei doch genug Energie für die echten Anstiege aufzusparen.

Fazit
Ein ganz besonderes Rennen, das in seiner Streckencharakteristik wohl einzigartig ist. Die Idee, in einem Tag durch die Alpen zu fahren, ist hier wunderbar umgesetzt. Auch wenn die Organisation manchmal etwas komisch wirkt: Vor Ort ist alles prima, die Laben sind super und die Güte der Orga einwandfrei. Der Alpentraum ist ein Rennen, das ein Riesenpotenzial zu einem Klassiker hat - obschon es aufgrund seiner Härte wahrscheinlich eher nicht zu einer solchen Breitenwirkung wie die des Ötztalers reichen wird. Muss es aber auch nicht - in 20 Jahren wissen wir mehr.


Der höchste Berg Tirols: der Ortler. In seinem mächtigen Schatten endet der Alpen-Traum.

Startgeld & Anmeldung
Das Peloton darf - auf allen 2 (ab 2015 dann 3) Strecken - die 1.500 Teilnehmer nicht überscheiten. Leidlich ausgebucht waren die ersten beiden Ausgaben, noch ist also kein "Run" auf die Startplätze zu verzeichnen. Die Teilnahme am Alpen-Traum (lange Strecke) kostet 125 € (für die kurze Distanz 75 €), was ich für einen im Vergleich absolut fairen Preis halte. Der Bus-Transfer zurück nach Sonthofen am nächsten Tag kostet 65 €. Auch dies ist, gemessen an Streckenlänge, Fahrtdauer und Aufwand (separater Bike-Transport mit LKW in eigenen Boxen) meines Erachtens angemessen. Zwar kommt man so auf einen Gesamtpreis von 190 € - und hat damit das teuerste Rennen der vier - aber wie schon gesagt, der Alpen-Traum ist eben etwas besonderes.
Anmelden könnt Ihr Euch auch hier bequem online auf der Website des Veranstalters.


Mein Fazit: Was ist nun der härteste Alpen-Radmarathon?


Tja. Das ist nun eine sehr schwierige Entscheidung. Denn alle vier Rennen sind einfach nur Klasse - jedes auf seine Weise. Anspruchsvoll, höchst anspruchsvoll, sind sie allemal. So macht Ihr also erstmal keinen Fehler, wenn Ihr Euch bei einem der vier anmeldet: Ich kann wirklich alle diese Rennen empfehlen. Und wie wir am Anfang dieses Artiikels festgestellt haben: Härte ist vor allem immer eine persönliche Angelegenheit. Ihr könnt Euch den Ötztaler Radmarathon mit "nur" 5.500 Höhenmetern sehr viel härter gestalten, als die 8.000 Höhenmeter der Tour du Mont Blanc. Einfach, indem Ihr härter fahrt. 

Doch ich möchte nun eine Entscheidung treffen, die hiervon unberührt bleibt. Denn es gibt natürlich Unterschiede: Feine Nuancen und große Differenzen. Meine (nochmal: subjektive!) Endbewertung, die aus den Teilkriterien Strecke, Wetter und Orga besteht, gewichte ich so, dass die Streckenhärte mit 50%, das Wetter mit 35% und die Orga mit den restlichen 15% in die Note eingehen.


Meine Top 4 der härtesten Alpen-Rennen im Radsport-Kalender sieht deshalb wie folgt aus: 


Der härteste Radmarathon in den Alpen ist meiner Meinung nach die Tour du Mont Blanc mit einer Gesamtnote 2. Eigentlich war dieses Ergebnis vorhersehbar, denn bei 330 Kilometern mit 8.000 Höhenmetern bleiben eigentlich keine Fragen offen. Zwar hat die TMB mit durchschnittlich 5,8% die "leichteste" Strecke, was den Overall-Gradienten angeht, doch mit 180 von 330 Kilometern sind hier 55% Steigungsarbeit zu leisten - Hammerwahnsinn!




Gleich dahinter - und das nur knapp - folgt der Endura Alpen-Traum als zweit-härtester Alpen-Radmarathon mit einer Gesamtnote von 2,5. Zwar liegt der Alpentraum auf der selben Endnote wie der Ötztaler und hat "nur" knapp 70 Steigungskilometer, verglichen mit den über 90 beim Ötztaler - doch Ausschlag gebend für mich sind die wesentlich höheren Höhenmeter sowie der durchschnittliche Overall-Gradient von 7,45% des Alpen-Traum. Abgesehen davon, verlangt der Alpen-Traum aufgrund der vielen langen und sehr schweren Flachstücke den kompletteren Fahrer.




Auf Platz 3 folgt der Ötztaler Radmarathon, der ebenfalls eine hervorragende Note 2,5 erhält. Eine sehr anspruchsvolle, hochattraktive Strecke sowie ein Anteil von knapp 40% Steigungskilometer an den knapp 240 Gesamtkilometern machen den Ötztaler zu einem wirklichen Kracher. Hinzu kommt die mit Abstand beste Organisation aller vier Rennen und das hohe Prestige, das dieses Rennen auszeichnet.



Den in meiner Hitliste zwar letzten, aber alles andere als "letzten", Platz macht die Gold-Runde des Alpenbrevet im schweizerischen Meiringen. Zwar ist die Strecke mit einem 43%igen Steigungsanteil auf Platz 2, sind die 5.400 Höhenmeter nur unwesentlich weniger als beim Ötzi und der Overall-Gradient mit 6,45% ebenfalls auf Platz 2, ebenfalls alle Orga-Werte, die dem Alpenbrevet den zweiten Rang in dieser Teilkategorie bescheren, hier ist es vor allem das Wetter-Risiko (also die Aussicht auf eher schönes Wetter - damit weniger Härte), das die Gesamtnote auf 3,0 gezogen hat. 


Nichtsdestotrotz: Eine Teilnahme am Alpenbrevet kann nicht nur wegen der wirklich harten Strecke, sondern auch wegen der wesentlich entspannteren Startplatz-Situation eine echte Alternative zum Ötztaler Radmarathon sein. Und hierbei auch nicht vergessen: Ich meine hier "nur" die Gold-Runde. Wer die Platin-Runde mit über 7.000 Höhenmetern in Angriff nimmt, bekommt potenzierte Härte!

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Analyse ein bisschen bei Eurer Event-Suche für die nächste Saison unterstützen. Egal, für welches Ihr Euch am Ende entscheidet: Ihr meldet Euch bei allen 4 Rennen auf jeden Fall bei wirklich krassen Veranstaltungen an, die Euch als Radsportler an Eure physischen und auch psychischen Grenzen bringen werden. Garantiert! 

Alle vier Alpen-Radmarathons sind die Cremé dessen, was ich bisher fahren konnte - sie bieten alle für sich ganz individuelle Eigenheiten und Nuancen, bewahren so einen eigenen Charakter, stehen für sich allein und sind ganz eigene Marken.

Ich wünsche Euch bei Eurer Teilnahme an diesen - und allen anderen - Events alles Gute, gute Beine, ganz viel Spaß, eine tolle Finisher-Zeit und vor allem: Kommt safe wieder über die Ziellinie!




Welche Alpen-Rennen findet Ihr, sind für Euch die "härtesten"? Welche anderen Events könnt Ihr noch empfehlen oder welche (anderen?) Bewertungskriterien sind Euch am wichtigsten? Ich freue mich wie immer über Eure Comments.

Quellen für Höhenmeterangaben und weitere Daten: Eigene Rennteilnahmen und Messungen mit DuraCase/Apps, Garmin, Quäldich.de und Wikipedia.





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