9. März 2015

"Wie viele Berge sind an einem Tag hier im Hochschwarzwald drin?" - Interview mit dem Macher des Schwarzwald Super!-Radmarathon, Deutschlands neuem, härtesten Rennrad-Event.


Dass ich eine besondere Liebe zu den Bergen habe, in denen ich mich mit meinem Rennrad austoben kann, das sollte bekannt sein. Es soll möglichst alpin zugehen, gern steil, gern hoch - und gern krass. Vielleicht war es diese Liebe zu den Rampen, die Christoph Hammann-Kloss dazu bewogen hat, mich anzusprechen, den Schwarzwald Super! kennenzulernen. Schwarzwald Super! - nie gehört. 

Ein kurzer Check: Oha! Ganze 6.300 Höhenmeter auf der Gold-Strecke machen dieses Event dann wohl zum härtesten Radmarathon Deutschlands. Dass es dieses Event erst seit 2014 gibt und es die Idee von zwei Radsport-Freaks ist, war für mich Grund genug, den Veranstalter und Vater dieses Radmarathons zu interviewen.

Was ist der Schwarzwald Super! - und warum gleich so krass?

Lousy Legs: Christoph, die blanken Zahlen Eures Radmarathons sind schon sehr beeindruckend: 4 Strecken habt Ihr im Angebot, dabei mit der Gold-Runde eine 260 Kilometer lange und ganze 6.300 Höhenmeter messende Monsterrunde auf die Beine gestellt - was ist das, dieser Schwarzwald Super!?


Christoph: (etwas verlegen) Ja, also es war eigentlich nicht unsere Absicht, gleich den bösesten deutschen Radmarathon auf die Beine zu stellen. Zusammen mit Johannes, meinem Sportsfreund und Mitorganisator des Schwarzwald Super!, haben wir uns damals die Frage gestellt, wie viele Berge man eigentlich an einem Rutsch hier im Hochschwarzwald mit dem Rennrad fahren kann. Herausgekommen ist der Schwarzwald Super!. Wir waren am Ende auch ein bisschen überrascht, dass es dann gleich über 6.000 Höhenmeter wurden ...



Der Hochschwarzwald: Und da sage mal einer, Rennradfahren in 
Deutschland sei "piefig"?!


Lousy Legs: Der "Höhenrekord" spielte also primär keine Rolle bei der Planung des Events? Immerhin legt Ihr zum Endura Alpentraum hier geht es übrigens zu den Rennberichten meiner Teilnahme von 2013 und 2014 noch einmal locker 280 Höhenmeter drauf. Ganz zu schweigen vom Schwarzwald Ultra Rad Marathon (oder auch SURM genannt), der auf der längsten Strecke immerhin schon 4.070 Höhenmeter bietet ...

Christoph: Nein, denn wir hatten wirklich nur die Idee, eine Strecke zu kreieren, die möglichst viele - am besten alle - der tollen Berge hier im Hochschwarzwald mitnimmt. Sie sollte zudem an einem Tag fahrbar sein. Das ist dann am Ende, als wir die GPS- und Höhendaten hatten, eben so raus gekommen. Uns war vor allem wichtig, ein tolles Event nach unseren Wünschen zu entwickeln: Die Natur, die Ausblicke und vor allem das Erlebnis dieser wundervollen Gegend hier stehen im Vordergrund. Dass es am Ende Deutschlands höchster Radmarathon wurde ... nehmen wir dabei natürlich gern mit.


Klettern bis zum Umfallen: Beim Schwarzwald Super! ist das Programm.

Lousy Legs: Und da habt Ihr Euch einfach gefragt, wie viele Berge man hier an einem Tag schafft und ...

Christoph: ... und haben uns an die Planung gemacht, ja. Schafft man 3, 4 Berge? Oder eben 5, 6 oder gar 8? Das war vor 4 Jahren so unser Hauptthema. Johannes und ich sind dann losgezogen und haben mit den Rennrädern aber auch mit dem Auto die Streckenabschnitte, die verschiedenen Berge und Anstiege, inspiziert und so die Strecke zusammen gestellt. Es gibt hier so viele tolle Rampen, herrlich, die Ausblicke - der Hochschwarzwald ist ein wundervolles Naturerlebnis. Wir wollten genau das vermitteln - und einen Radmarathon von 200 bis 250 Kilometern Länge machen.

Ein junger Radmarathon: Den Schwarzwald Super! gibt es erst seit 2014

Lousy Legs: Im letzten Jahr ging es dann endlich los. Die erste Ausgabe. Wie viele Starter hattet Ihr? 


Christoph: Wir hatten 35 Starter. Sogar 2 oder 3 Damen. (er lacht) Das ist natürlich eine Super Frauen-Quote. Aber im Ernst: Wir hatten nur hier in einigen Läden in Freiburg und Umgebung ein bisschen bescheidene Werbung gemacht, in unserem Freundeskreis herumgefragt und ganz wenig in Foren und Sozialen Netzwerken gepostet. Die 35 Leute waren genau die richtige Größe für die erste Ausgabe: Nicht gleich am großen Rad drehen, eher testen, viel mit den Teilnehmern sprechen, Fehler und Potenziale suchen. Ambitionierte Ziele hatten wir 2014 keine - es war uns eher wichtig zu schauen, ob die Strecken stimmen, ob die Verpflegung und Service gut angenommen werden und zu testen, wie sich die Teilnehmer beim Fahren so fühlen.


Christoph und Johannes hoffen vor allem auch auf viele
weibliche Teilnehmerinnen.

Lousy Legs: Und wie war das Feedback?

Christoph: Total super! Wir haben eigentlich nur "Beifall" bekommen und wirklich wertvolle Hinweise, bei einigen Details hier und da an Schräubchen zu drehen. Aber ansonsten: Super Simmung, alle waren am Lächeln und hatten Spaß.

Lousy Legs: Und die DNF-Quote ... bei 6.300 Höhenmetern immerhin keine unwichtige Frage.

Christoph: Da wirst Du staunen - die liegt bei 0 Prozent! Tatsächlich ist nur ein Teilnehmer wegen eines technischen Defektes nicht ins Ziel gekommen, alle anderen rollten glücklich und zufrieden über die Ziellinie. Sogar ganze zwei Drittel aller Teilnehmer - und das finde ich noch heute das Coolste überhaupt - die sich für die Silber-Strecke angemeldet hatten, sind im Laufe des Events auf die lange Gold-Strecke gewechselt. Und wie gesagt - alle ins Ziel. Wahnsinn, oder?

Lousy Legs: Wow! Wenn ich mir da die DNF-Zahlen vom Endura Alpen-Traum anschaue ...


Haben alle durchgehalten - alle Teilnehmer kommen 2014 ins
Ziel. (technischer Defekt ausgenommen)

Christoph: Na, die beiden Events kann man kaum miteinander vergleichen. Das war ja, so wie ich Dich verstehe, auch Deine Erfahrung beim Alpen-Traum, dass vor allem das nass-kalte Wetter, die sehr steilen Anstiege und die Zwischenstücke Dich fertig gemacht haben. Beim Schwarwald Super! spielen diese Faktoren keine so wichtige Rolle. 

Lousy Legs: Wie ist denn das Wetter 2014 gewesen?

Christoph: Wie Du an den Fotos sehen kannst - traumhaft! Wir hatten milde 20 Grad. Den ganzen Tag über Sonne mit wenigen Wolken und es blieb trocken. Perfekt, oder? Zudem sind unsere Berge nicht so hoch, wie Hahntennjoch oder gar der Stelvio, wo dich mitunter im September schon Schnee und Minusgrade erwarten. Lange Zwischenstücke haben wir auch keine.

Lousy Legs: Allerdings müssen die Höhenmeter ja irgendwo herkommen?

Christoph: Sicher! Bei der Gold-Strecke machst Du schon mal 8 Berge, na, eigentlich 10 längere Steigungen. Und dann hast Du im Schwarzwald halt auch viel Auf und Ab. Das summiert sich dann.

Die zweite Ausgabe des Schwarzwald Super! - was erwartet die Teilnehmer (neues)?

Lousy Legs: Was habt Ihr für die 2015er-Ausgabe verändert?


Christoph: Wir hatten 2014 nur einen Besenwagen, da wird es 2015 mehr Fahrzeuge geben, die in der Strecke unterwegs sein werden. Zudem werden wir mehr technischen Service bieten, da wir erstaunlicherweise mehr Pannen hatten, als gedacht. Ansonsten haben wir eigentlich nichts großartig Neues hinzugefügt: Wie gesagt, in puncto Verpflegung gab es nur positive Rückmeldungen, weshalb wir versuchen werden, dieses hohe Level auch in diesem Jahr zu halten.


Das A und O im Radsport - gerade bei diesen Strecken: Eine
perfekte Verpflegung. Beim Schwarzwald Super! gibt es davon 7. (große Strecke)

Lousy Legs: Also auch an der Strecke nichts verändert?

Christoph: Oh, klar, sogar gleich "3 auf einen Streich": Wir werden keine Durchfahrt mehr durch Freiburg haben. Das war uns wichtig, um dem Stadttrubel zu entgehen. Zudem ist Freiburg etwas verwinkelt, was die Navigation und Ausschilderung schwierig macht. So haben wir dann aber auch einen weiteren Berg im Programm, nämlich den Thurner. Und sogar eben besagte wunderschöne Wildgutachschlucht.

Lousy Legs: Mit wie vielen Teilnehmern rechnet Ihr oder - was wäre eine Teilnehmerzahl, mit der Du zufrieden wärst?

Christoph: Also, ich fänd es richtig cool, wenn wir dieses Jahr auf 200 Teilnehmer kämen, die den Schwarzwald Super! bestreiten. Das wäre ein toller Erfolg für uns.


Lousy Legs: Wie werbt Ihr denn für Euren Radmarathon? Gibt es zum Beispiel Medien-Kooperationen oder etwas in der Art?


Klein aber fein: 2014 gab es ein sympathisches Peloton. 
So soll das 2015 auch wieder sein. Nur ein bissel größer dürft´ es sein.

Christoph: Auch hier sind wir sehr sparsam. Wir freuen uns, jetzt für die zweite Ausgabe den Tourismusverband Hochschwarzwald als Partner gewonnen zu haben. Und dann haben wir noch die RennRad, die einen Bericht in der Print-Ausgabe bringen wird. Ansonsten setze ich auf Social Media, Mundpropaganda und hoffe, dass sich dieser tolle Radmarathon herumsprechen wird.

Sportliche Herausforderung Schwarzwald Super!

Lousy Legs: Was wären aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen bei diesem Radmarathon?


Christoph: Naja. 8 Berge am Stück - das ist nicht ohne! Da muss man schon richtig gut trainiert sein und Sitzfleisch haben. Du musst Dir Deine Kräfte sehr gut einteilen - wer hier wie ein Irrer Gas gibt, wird meines Erachtens keine guten Chancen haben.

Lousy Legs: Die Anstiege selbst sind ja nicht so lang. Auch nicht so hart ...

Christoph: ... da macht es dann aber die Masse. Die Abfolge: Wir haben keine Flachstücke. Es geht entweder hoch. Oder eben runter. Und runter geht es meist gar nicht so lange. Also wenig Zeit, um sich in Abfahrten zu erholen. Obwohl, der Kandel, der ist schon ein richtiger Brocken. Den Rest der Berge kann man eigentlich ganz gut fahren. Nur - es ist eben sauviel. 


Und genau darum geht es: Klettern. Geile Landschaft.

Lousy Legs: Der Kandel, zweiter Anstieg des Radmarathons.

Christoph: Ja, der ist bei uns sowas wie eine Legende. Es ist der einzige Berg hier im Schwarzwald der so etwas wie alpines Flair bietet. Und dabei ist der Kandel auch ein schön harter Brocken - 8 Prozent im Schnitt. Das ist eben der Charakter des Schwarzwald Super! - viele Berge, sehr hart. Du darfst auch nicht vergessen, schon die kürzeste Route hat bei uns 4 Anstiege.

Die Highlights des Schwarzwald Super!

Lousy Legs: Was sind Deine Top 3 Lieblingsstellen oder Highlights, auf die sich der Schwarzwald Super!-Teilnehmer freuen kann?


Christoph: Oh. Schwierig. Ich finde die gesamte Strecke toll. Aber wenn Du mich so fragst ... da ist ganz sicher auf Platz 1 die Wildgutach-Schlucht. Die ist auch ziemlich am Anfang des Events. Eine spektakuläre Schlucht, in die man sich mit dem Rennrad hinunterstürzt (fahrend, auf dem Asphalt natürlich!) und das ist wirklich Atem beraubend schön da!


Hoffentlich hält das Wetter dieses Jahr auch wieder, was die Erst-
ausgabe versprochen hat. Traumhaft!

Lousy Legs: Die hattet Ihr 2014 ja noch nicht im Programm, oder?

Christoph: Genau. Die Schlucht ist im Prinzip Teil der Freiburg-Umfahrung. Auf Platz 2 würde ich den Kreuzweg-Pass sehen. Ein toller, wunderbarer Anstieg und wenn wir wieder so gutes Wetter haben sicher auch einer der schönsten Aussichtspunkte.

Lousy Legs: Quäldich.de sagt für den 1.080 Meter hohen Kreuzweg tatsächlich nicht allzu viele Härtegrade voraus (2-3 Sterne von 5) dafür gibt es durchweg 4 Sterne für die Naturschönheit.

Christoph: Ganz richtig: Die Auf- und Abfahrt auf den Kreuzweg ist ein wahrer Genuss. Tja und auf Platz 3 dann der höchste Punkt der Runde: Der Belchen-Gipfel. Der ist ein richtig schöner Hammer. Ich finde den schon recht knackig, vor allem, weil er sehr spät kommt. Es ist der vorletzte Berg.


Ganze acht mal dieses Gefühl erleben: Endlich oben!

Lousy Legs: Auch hier gibt Quäldich.de durchweg 5 Schönheits-Punkte und 3 bzw. 4 Punkte für die Härte. Immerhin auf 1.400 Meter geht es hinauf.

Christoph: Für mich ist es irgendwie ein Schlüsselpunkt der Runde: Denn von hier oben kann man alle Berge des Schwarzwald Super! sehen - also quasi ein Rückblick auf die ganze Strecke vor dem letzten Anstieg. Und weiter weg kann man sogar die Vogesen erkennen, wenn das Wetter stimmt. Ein wirklich toller Moment, für den, der dort dann ankommen wird.

Orga: Was kostet der Spaß und wann geht er los?

Lousy Legs: Was ruft Ihr als Startgeld für den Schwarzwald Super! auf?

Christoph: Wir haben ein Startbeitrag von 59 Euro angesetzt. Darin enthalten ist das Übliche bei einem Rennrad-Event: Startpaket mit allerlei Kleinzeugs, die Startnummer, eine Karte für die Zeitstempel - also keine Transponder, das spart Kosten - einen technischen Servicebereich am Start, 7 Verpflegungsstationen auf der Gold-Runde, Duschen und vieles mehr.

Lousy Legs: Die übliche Pasta-Party?

Christoph: Jaein. Anstelle labbriger Nudeln und Dosen-Bolognese gibt es beim Schwarzwald Super! eine Knöpfle-Party. Knöpfle, das ist hier unsere regionale Spätzle-Variante: Eier, Mehl und Quark ergeben eine sehr leckere Spezialität. Da freue ich mich schon drauf!


Nein, das sind keine Knöpfle. Doch schon 2014 war es lecker beim Radmarathon.

Lousy Legs: Der Renntermin?

Christoph: Wir haben lange für den optimalen Starttermin für dieses Event gesucht. In diesem Jahr ist es der 13. September geworden ...

Lousy Legs: ... das Datum, an dem auch der Endura Alpen-Traum - übrigens nur ein Jahr "älter" als der Schwarzwald Super! - wieder seinen Startschuss hat.


Dicht. Nadelig. Schatten spendend. Der Hochschwarzwald.

Christoph: Ja, leider lassen sich Überschneidungen mit anderen Events nie wirklich verhindern. Dazu gibt es einfach zu viele Angebote für den Jedermann-Fahrer. Für uns war beim Datum vor allem wichtig, dass wir nicht allzu früh im Jahr - wegen der fehlenden Trainingsleistung der Teilnehmer - und auch nicht zu spät im Jahr starten. Dass wir da nun auf dem selben Tag wie der Alpen-Traum liegen ist aber Zufall.

Warum wir den Schwarzwald Super! 2015 fahren werden.

Ich gebe zu, ich musste nicht lange überlegen: Nach meinen zwei nur halbwegs gelungenen Auftritten beim Endura Alpen-Traum habe ich mit diesem wirklich krassen Ding zwar noch eine Rechnung offen, habe aber ehrlich gesagt auch nichts dagegen, das Begleichen selbiger noch um ein Jahr zu verschieben. Da kommt der Schwarzwald Super! gerade recht: Die enthusiastische Werbung Christophs für seine schwarzwälderische Heimat hat mich ehrlich gesagt angesteckt.



59 Euro. 260 Kilometer. Fast leere Straßen. Hammer Höhenmeter.
Ich freue mich!

Dazu die Aussicht, auf nahezu der selben Streckenlänge wie beim Alpentraum fahren zu können und zudem sogar noch etwas mehr Höhenmeter abzureiten - und das zu einem Drittel der Kosten ist verlockend. Zumal ich nicht selten mit viel Freude und etwas Wehmut an meine erste Begegnung mit dem Schwarzwald denken muss: Zwar eine ganz andere Ecke, aber immerhin noch Schwarzwald. Hier konnte ich 2011 den richtig genialen Rothaus RiderMan hier geht es zum Rennbericht von damals fahren. Wieder hierher zu kommen, erfüllt mich mit großer Vorfreude.

Also: Wir sehen uns am Start? In der Schlucht? Am Belchen? Beim Knöpfle? Ich würde mich sehr freuen!



Abendrot im Schwarzwald - wir sehen uns bei der After-Race-Party?


Hier gelangt Ihr zur Website des Schwarzwald Super! mit allen Informationen und der Anmeldung.


Christoph Hammann-Kloss ist 35 Jahre jung, rad- und rennradverrrückt und hat als Selbständiger einen - na klar - Fahrradkurierdienst in Freiburg. Sein Kollege Johannes Kratzert (37) ist ein Freiburger Software-Entwickler. Ich bedanke mich für das angenehme und spannende Interview - und freue mich auf das Saison-Ende im Schwarzwald.

Apropos Höhenmeter ...

Ihr wollt nicht bis September warten, um richtig mal so richtig fies Höhenmeter zu sammeln? Dann kommt doch bei uns mit: Everesting am Mortirolo vom 15. bis 17.5. - wir haben Hotelübernachtungen (Wellness) mit Frühstück und Verpflegung beim Event sowie An- und Abreise organisiert. Mit 300 € seid Ihr dabei - Anmeldungen oder Fragen zum Event gern jederzeit über das Kontaktform hier im Blog. 








MORTIROLO 15.-17. Mai - JETZT ANMELDEN
MONT VENTOUX 29.-31. Mai
RETTENBACHFERNER 19.-21. Juni
COL DU GALIBIER 7.-9. August
COL DE LA BONETTE 28.-30. August

Bei Fragen, zur Anmeldung oder unverbindlichen Reservierung eines Startplatzes nutze bitte das Kontaktformular hier im Blog.

26. Februar 2015

iPhone am Rennrad: Die richtige Rennradhalterung, welche App passt, wie das DuraCase sich schlägt und wohin die Rennrad-Zukunft (vielleicht) führt.

Dank DuraCase konnte unser Rennrad-Team in 2014 eine kleine, aber sehr feine Saison bestreiten. Immerhin: 4 der härtesten Radmarathons der Alpen standen auf dem Programm. Und wie bestellt, konnte sich unser Sponsor sogar noch über schlechtes Wetter freuen. "Freuen? Wie kann man sich über klirre Kälte und stundenlangen Dauerregen auf dem Rennrad nur freuen?!?", mögt Ihr jetzt denken. Nun, das liegt in der Natur der Sache: Das DuraCase braucht dieses Wetter. Na, es braucht es nicht wirklich, aber da unser Team irgendwie auch an der Weiterentwicklung der Prototypen dieses Gerätes beteiligt war, wollten wir natürlich praxisnahe Erfahrungen und Daten liefern, wie sich das Gerät in reellen Extremsituationen verhält

Ötztaler Radmarathon 2014 - miesestes Wetter. Genau richtig für einen zünftigen Dura Case-Test.

Kälte, Temperaturschwankungen, Regen und Erschütterungen: All das kann das DuracCase ab. Ich kann das bestätigen. Doch: Wie hat sich der Zusatzakku für das iPhone geschlagen? Und was sind die besten iPhone-Apps für Euer Rennrad-Training und die Rennen? Ich versuche, da ein wenig zur Erhellung beizutragen. Und da ich hierbei alles andere als ein Experte bin, freue ich mich, dass sich mein geschätzter Blogger-Kollege Torsten Frank, der sich schon ab 2011 sehr intensiv dem Thema "iPhone, iPhone-Halterung und Apps fürs Rennrad" beschäftigt hatte, bereit erklärt, quasi als Sachverständiger zur Verfügung zu stehen. Hier geht es zu Teil 3 seiner Blog-Beiträge zu diesem Thema, von hier kommt Ihr auch zu den Teilen 1 und 2.



iPhone am Rennrad: Die Vorteile von Smartphone und Spezial-Gadgets


Ich muss gestehen, dass mir nie die Idee gekommen wäre, ein Smartphone zum Tracken meiner sportlichen Leistungen auf dem Rennrad zu nutzen, wenn nicht DuraCase dieses Konzept bei mir platziert hätte. Warum? Ich fahre bisher das Garmin Edge 800, davor zu erste die kabelgesteuerte, dann die funkgesteuerte Variante des ganz normalen, GPS-losen Radcomputers (der Firma Sigma). Ein Smartphone hatte ich zwar schon immer dabei: Für mich jedoch nur als Notfall-Telefon und als Kamera-Ersatz.




Ich konnte in der Saison 2014 einen der ersten Dura Case-Prototypen
wie hier beim Alpenbrevet testen.

Ich frage zunächst Torsten, was er meint, was die Vorteile der Kombination Smartphone-Rennrad wären: "Zunächst einmal liegt der größte Vorteil auf der Hand: Das iPhone funktioniert einfach. In puncto Bedienqualität und Sicherheit ist diese Technologie über jeden Zweifel erhaben. Da wir es im normalen Alltag auch so schon exzessiv benutzen, um unser ganzes Leben damit zu organisieren, sind fast alle Funktionen schon gelernt: App drauf uns los geht´s - es läuft einfach. Übrigens ganz im Gegenteil zum neuen Garmin Edge 1000, dessen Touchdisplay zum Beispiel bei eingehendem Test einfach unterirdisch sind!" Anmerkung: Hierzu wird Torsten wohl noch selbst einen Testbericht verfassen - einfach mal bei ihm auf dem Blog nachschauen.


Torsten weiter: "Es steht dir mit dem iPhone die ganze Welt der Apps offen. Ein sehr dynamischer, sehr innovativer Markt an dem viele Parteien teilnehmen. Im Grunde kann sich so jeder seine App aus der breiten Palette zusammensuchen - maßgeschneidert sozusagen auf die jeweiligen Bedürfnisse." Das leuchtet ein - bei Garmin bin ich natürlich nur auf die Entwicklungen dieses einen Unternehmens angewiesen - das iPhone als Plattform kann für eine Vielzahl von unterschiedlichen Apps dienen. Die Individualität macht also den Hauptvorteil aus.



Torsten Frank ist viel tiefer im Thema als ich - Danke für
Deine tatkräftige Unterstützung hier!

"Was ich persönlich extrem interessant finde, ist die ANT+ Technologie - obschon es da auch nicht immer alles glatt läuft - nur hiermit kann man wiederum eine ganze Armada unterschiedlicher, externer Sensoren mit dem iPhone koppeln (kabellos versteht sich), um zusätzliche Daten zu gewinnen, die iPhone und GPS so nicht liefern", meint Torsten weiter. Sicher, auch das leuchtet ein: Trittfrequenz, Herzfrequenz und auch Sensoren, die zusätzlich zum GPS-Signal Daten wie Strecke und Speed von den Laufrädern abnehmen, können die Datenvielfalt in der jeweiligen App sehr bereichern. "Immer mehr kommen nun auch externe Geräte - oder Smart Sensors - zum Einsatz, die mittels Bluetooth-Technologie ganz einfach vom iPhone ausgelesen werden können. Das ist momentan meiner Meinung nach die spannendste Entwicklung.", erklärt er weiter. 

Roland Goschke, Gründer von DuraCase, hakt hier ein: "Überhaupt sehe ich genau hier die Zukunft: Ohne weitere Elektronik - also auch ohne Dongle - kann ein iPhone ab 4S mit Bluetooth-Smart-Sensoren - die nennen sich BLE, BT4.0 - gekoppelt werden und diese Daten auslesen." Tatsächlich gibt es schon jetzt eine ganze Reihe von Speed- oder Cadence-Sensoren, auch Puls-Brustgurte, die BLE unterstützen. "Diese Sensoren bieten außerdem selbst bei regelmäßiger Nutzung meist eine Batterielebensdauer von bis zu 2 Jahren, da sie im Vergleich zum älteren ANT+ wesentlich weniger Energie für die Datenübertragung verbrauchen. Zudem ist ein wesentlicher Vorteil der Bluetooth-Technologie die digitale Übertragung - den Puls seines Nachbarn möchte man wohl kaum in den eigenen Datenaufzeichnungen haben." Für Roland Goschke ist eines klar - die BLE-Technologie macht das DuraCase so richtig interessant für den Rennradler: "Ohne störendes Dongle kann das iPhone während der Fahrt im schlanken, neuen DuraCase mit Strom versorgt werden - der Fahrer kann trotzdem die volle Bandbreite der technischen Möglichkeiten nutzen."



Noch immer gilt Garmin als der Branchen-Primus.

Last but not least, und das mag verwundern: Die GPS-Qualität. Zwar gilt Garmin als die Mutter aller GPS-Geräte, und sicher, so Torsten, sind die neuen Garmins (auch dank Nutzung der russischen Glonass-Satelliten) wieder an der Spitze zu sehen, aber die iPhones bieten einfach, so wie er es sagt, "eine lupenreine GPS-Qualität, die meiner Meinung nach den älteren Garmins weit überlegen ist." Und wenn ich mir da die Aussetzer meines Edge 800 bei manchen Rennen anschaue, mag ich ihm sofort Recht geben.



Welche Nachteile die Kombination von iPhone und Rennrad-App hat.


Das klingt alles sehr enthusiastisch und deckt sich halbwegs mit meinen ersten - im Vergleich zu Torsten jedoch sehr begrenzten - Erfahrungen, die ich mit dem iPhone am Rennrad sammeln konnte. Dennoch liegen auch einige krasse Nachteile auf der Hand. Für mich persönlich war es zunächst die gewöhnungsbedürftige Größe des Gerätes. Ein Telefon ist halt ... ein Telefon. Und auch wenn die Teile immer kleiner werden, so ist der Unterschied etwa zum Garmin Edge doch schon noch ein gewaltiger. Ich mag mein Rennrad so clean wie möglich, schon allein das Edge stört mich eigentlich, wenn ich ehrlich sein soll. Da jetzt meinen gesamten Vorbau durch ein Smartphone zu verdecken, war schon eine Umstellung. Andererseits: Es ist schon geil, wenn man nur durch bloßes Vorbeihuschen mit den Augen dank des großen Displays sofort die relevanten Zahlen ablesen kann ... Doch Torsten sagt es so: "Mir ist schon das iPhone 5 zu groß. Beim 6 und 6plus will ich gar nicht anfangen, über die Größe nachzudenken. Schon gar nicht, weil jede Hülle oder gar ein Zusatzakku das Ding noch mächtiger macht ..." 




In der ersten Prototypen-Version ist das Dura Case noch sehr
groß, schwer & klobig. Das wird sich ändern.

Radsport, egal wie intensiv man ihn betreibt, ist ein Draußensport. Und draußen, da regnet es nun einmal recht häufig, es schneit auch ab und zu und gerade in den Alpen sind die Geräte oft großen Temperaturschwankungen ausgesetzt: So kann ein Alpen-Radmarathon wie der Ötztaler zum Beispiel klirrekalten Regen bei 5 Grad und 30 Minuten später nach der Abfahrt im Tal brennenden Sonnenschein bei 25 Grad haben. Das iPhone mag keine Nässe. "Meine Garmins stecken das ohne Extraschutz locker weg - ein Smartphone braucht da immer eine Hülle. Bisher habe ich zwar halbwegs taugliche wasserdichte Hüllen entdeckt, aber die helfen nicht beim größten Problem: Nämlich bei der sehr begrenzten Akkuleistung der Smartphones.", sagt Torsten.


Da spricht er natürlich das Hauptthema an. Denn, auch wer noch nie sein Smartphone am Rennrad befestigt hatte, der kann dieses Argument nachvollziehen: Ich muss mein Telefon jeden Tag an das Netz zum Aufladen hängen, und zwar auch dann, wenn ich nicht telefoniere, surfe oder stromfressende Dienste wie GPS nutze. Bisher sind iPhones am Rennrad nämlich vor allem aus diesem einen Grund noch nicht so verbreitet: Man kann sie bisher effektiv höchstens nur 3 bis dreieinhalb Stunden nutzen. 



Das Dura Case und iPhone: Eine Alternative zu GPS-Devices.

Torsten meint: "Das iPhone ist ein Stromfresser. Allein das große Display - auf dem Rennrad stetig in Betrieb - kostet unheimlich viel Strom. Ich sehe da auch den Sicherheitsaspekt: Ich möchte, gerade wenn ich in der Natur unterwegs bin, meine Akkuleistung (und damit die Fähigkeit, in Notsituationen zum Beispiel Hilfe rufen zu können) nie unter ein gewisses Niveau abfallen lassen. Das passiert aber auf dem Rennrad, wenn du trackst, navigierst und vielleicht noch bei Dämmerung mit Displaybeleuchtung fahren musst, allerdings sehr schnell." Drei Stunden effektive Nutzbarkeit - damit fallen Rennen zum Beispiel komplett aus. "Das Telefon ist für mich aber noch mehr: Es ist einfach mein Multifunktionstool. Das muss immer laufen!", wirft Torsten noch ein.

Zudem spricht er die obig als Vorteil angepriesene ANT+ Technologie an: "Das ANT+ Dongle macht das ganze Ding noch größer. Es kann abfallen und verloren gehen. Doch das braucht man eben noch, denn Bluetooth kann eben noch nicht jeder Sensor. Von den Extrakosten mal abgesehen ..."


Torsten testete neben iPhone-Apps auch diverse GPS-Geräte zur
Nutzung auf dem Rennrad.

Einige dieser Nachteile wird das iPhone als Mess- und Navizentrale am Rennrad wohl in naher Zukunft los sein. Einige nicht. Und für einige, nämlich die größten Nachteile, gäbe es ja nun die Alternative: Das DuraCase. Denn zumindest Torsten Franks Kern-Knackpunkte, wie er es sagt, werden durch dieses Gerät behoben.


Das DuraCase - wasserdicht, schocksicher und drei mal mehr Akkukapazität


"Für mich", so sagt Torsten, "sind vor allem drei Punkte extrem wichtig: Ich brauche eine bombensichere Befestigung, ich möchte mein Gerät vor den Widrigkeiten des Wetters schützen und - als allerwichtigster Punkt - ich brauche zumindest so viel Strom, dass ich sicher 10 und mehr Stunden das Gerät betreiben kann."

Ich bin nun in vier Rennen in 2014 das DuraCase als Prototyp gefahren und kann hier einiges an Erfahrung beisteuern. In puncto Befestigung wurde ich von den Mannheimern mit einer Custom-Lösung (Carbon) ausgerüstet. Basis war bisher die Topeak Ride Case II-Halterung, die man anstelle der Kappe direkt in den Gabelschaft einschraubt. So sitzt das Gerät genau richtig: Kopf nach unten, ablesen, fertig. Die Haltung musste das (im Vergleich zum kommenden Serienprodukt noch recht schwere) DuraCase samt iPhone (400 Gramm!) tragen. Und das eben nicht nur auf smoothem Asphalt sondern beispielsweise den Gotthard-Pass beim Alpenbrevet hinauf (15 Kilometer Pflasterstein) oder den Nufenen-Pass hinab auf den fiesen Betonplatten (Extremruckeln und Sprungschanzen-Feeling bei +70 km/h!). Zwar hatte die Halterung, da noch Marke improvisierter Prototyp, nach 3.000 Kilometern erste Ermüdungserscheinungen - wohlgemerkt am Topeak-Bauteil, nicht am DuraCase-Adapter! -, doch Roland Goschke von DuraCase versichert, dass beim Serienmodell eine Befestigung geliefert wird, die das Gerät auf Dauer sicher und fest am Rad halten wird.




Dummies aus dem 3D-Drucker: Das Serienmodell wird noch einmal
erheblich kleiner, schmaler und dünner.

Was die Wasserdichtheit angeht, so ist das DuraCase über jeden Zweifel erhaben. Abgesehen davon, dass alle DuraCases, die wir getestet haben, vorher in Rolands Gartenpool unter einem Meter Wasser einen Tag lang auf Grund gelegen haben - wohlgemerkt aktiviert und immer mal wieder von einem Taucher bedient - ist meine Radsport-Saison 2014 eine Aneinanderreihung von ekelhaften Regenrennen bei fiesen Temperaturschwankungen gewesen. Als ich nach dem Ötztaler Radamarathon beim Ausziehen meiner vollgesogenen Klamotten im Hotelzimmer das ganze Bad unter Wasser setze, piepte das iPhone nebenan fröhlich am schlammverdreckten Rennrad und signalisierte mir, dass ich seit einigen Minuten "keine Bewegung" mehr hätte ... einmal abwischen, fertig.


Dieser Imagefilm von DuraCase gibt ganz schön die Möglichkeiten dieses Gerätes wider:




Auch die Akkuleistung ist enorm. Wenn vorher - laut Tests von DuraCase - dem iPhone allein schon nach 3, maximal 4 Stunden, der Saft ausgeht, so liefert der Zusatzakku, der das DuraCase hauptsächlich ist, drei mal mehr Energie. Laufzeiten von (etwas) mehr als 8 Stunden sind also unter Vollast (GPS, Datenaufzeichnung, Live-Tracking/Sendefunktionen und Licht) überhaupt kein Problem! Da ich selbst bei meinen Rennen nicht unbedingt eine Permanent-Anzeige benötigte, also den Bildschirm nur ab und zu aktiviert habe, konnte ich Betriebszeiten von mehr als 11 Stunden erreichen. Und wenn ich dann vor einem jeden neuen Rennen mein DuraCase abends noch mal an das Stromnetz zum Aufladen gehangen hatte, waren von 4 Statusleuchten (vier heißt "voll") immer mindestens noch 2 an. Ich habe also etwa nach 12 Stunden Bruttobetrieb des DuraCase beim Alpenbrevet das Ding nur halb leer bekommen ...



Mit welchen Apps kann man Rennrad-Aktivitäten am besten tracken?


Nun spuckt mir beispielsweise iTunes, wenn ich nur mal nach "Rennrad" suche, ganze 52 Rennrad-Apps aus, suchte ich nach "Roadbike" sogar mehr als 100 Applikationen zum Download - allerdings sind hierunter auch viele Spiele, Zeitschriften oder andere Apps, die nicht für Tracking, Navigation oder Training geeignet sind. Woher soll der geneigte Erstanwender denn nun wissen, welche die beste App ist? Schwierig, meint auch Torsten Frank: "Die App-Landschaft, die ich mir damals 2011 für meine iPhone & Rennrad-Serie angeschaut hatte, hat sich in diesen 3 Jahren natürlich extrem verändert. Apps und Konzepte sind verschwunden, neue Ansätze und Programme hinzugekommen. Sicher sind momentan, wenn man das mal betrachtet, die ganzen sozialen Aspekte auf dem absoluten Vormarsch. Portale wie Strava ziehen Millionen User an." Richtig: Das bloße posten einer Strecke, eines Trainings oder der Trainingsdaten ist längst schon einem Wettbewerb um Kudos, KOMs und Challenges gewichen, Strava ist hier sicher einer der ganz, ganz großen Player auf dem Markt.


Ich selbst bin nicht auf Strava und halte auch persönlich nicht viel von dieser Plattform. Das ist aber meine eigene Meinung, da mich als Hobbysportler immer mehr zum Genuss-Fahrer entwickle. Anscheinend sind meine Sturm-und-Drang-Jahre auf dem Rennrad (vielleicht vorerst?) vorbei. Anyway: Das Konzept hinter Strava ist faszinierend wie beeindruckend zugleich und für mich nicht nur als Werbeprofi einer Digitalagentur spannend zu verfolgen.


Ich selbst habe auf dem iPhone und an meinem Rennrad zwei Apps getestet: Cyclemeter und Runtastic. Mir ist, wie gesagt, die soziale Komponente, irgendwelche Segment-Performances und der Kudos der Radsport-Gemeinde egal. Wichtiger bei der Rennrad-App finde ich dabei Punkte, die auch Torsten anspricht: "Am Lenker sollte die App jederzeit gut ablesbar die Werte einblenden, sie ich für wichtig erachte. Sei es nun Speed, Kilometer, Splits, Höhenmeter oder die Stoppuhr. Die Displays sollten individuell justierbar sein." Beide Apps, die ich getestet habe, bieten diese Features, jedoch hat mich persönlich Cyclemeter mehr überzeugt. Der Kontrast der Screens ist einfach höher. Ich kam mit Cyclemeter während der Rennen stets besser zurecht




Ich mochte die Cyclemeter-App am meisten.

Auch nach dem Einsatz sollten die Apps Möglichkeiten bieten, die Daten ohne Probleme irgendwo abzuspeichern, eine Gesamtstatistik zu füllen und - wo wir schon bei Statistiken sind - die einzelnen Aktivitäten auch gut darstellen. Ich selbst lege zwar nicht mehr allzuviel Wert auf diese Werte, finde es aber trotzdem noch sehr spannend, mir diese anzuschauen. Und das fängt bei so einer banalen Statistik wie der Höhenmeter-Kurve an. Hierbei, muss ich sagen, hat mir wiederum Runtastic sehr viel besser gefallen, als Cyclemeter. Noch in der App selbst liefert das Tool spannende Statistiken, Tortengrafiken und Auswertungen, die extrem spannend sind und tiefe Einblicke in die eigene Performance geben. Das hat Cyclemeter so selbst nicht, bietet die Standardwerte an, aber kaum "in depth"-Analysen wie Runtastic, es sei denn, man erwirbt die kostenpflichtige Elite-Version. Dann kann man in jedem Webbrowser oder auch direkt im iPhone seine Daten auswerten.


Die Cyclemeter-App bietet viele Interessante Features, vom Download aller Trainings in verschiedensten Formaten, dem Support einer Vielzahl von Sensoren, einer Mailfunktion und einer ganzen Palette von Services, mit denen diese App zu einem richtigen Trainer ausgebaut werden kann. Es gibt sie bisher aber nur für iOS-Geräte. Auch wenn das DuraCase vorerst noch ebenfalls nur für Apple-Produkte erhältlich sein wird, so werden sich Android-User wohl noch eine Weile gedulden oder sich nach einer anderen App umsehen müssen.




Runtastic hat eine super Auswertungs-Visualisierung.

Bei Runtastic hat mir das ganze Universum an Auswertungsfeatures gefallen. Zudem steht mit Runtastic.com (im Unterschied zu Cyclemeter) eine eigene Plattform zur Verfügung, auf der man in seinem Account vor dem heimischen Desktop seine sportlichen Aktivitäten bis zum Umfallen Auswerten und im voraus planen kann.


Mehr Apps und Plattformen konnte ich noch nicht testen. Auch Torsten kapituliert hier angesichts des vielfältigen Angebots: "Obschon ich mit Garmin-Geräten unterwegs bin, finde ich die eigene Connect-Plattform wenig interessant und nutze die im Grunde gar nicht. Ich lade meine Tracks bei Strava hoch, zur Sicherheit lege ich noch Backups in die Cloud und auf Trainingstagebuch.de. Die tatsächliche Analyse der Daten und mein eigentliches Trainingslog findet dann mit Hilfe von Offline-Software statt. Hier nutze ich die PC-Shareware SportTracks und GoldenCheetah, eine Freeware-Plattform."



Das DuraCase im Härtetest 2014


Über die tatsächlich einhundertprozentige Verlässlichkeit des DuraCase bei meinen Tests habe ich oben schon berichtet. Das Gerät ist tatsächlich absolut wasserdicht, machte während des Betriebes keinerlei Probleme: Das iPhone ließ sich durch die Scheibe des DuraCase jederzeit sehr gut bedienen - außer, es regnete wirklich Fäden, in diesem Fall ist es wie bei der Bedienung des Smartphones ohne Gerät auch: Scheibe trockenwischen, dann funktioniert auch die Übergabe der Signale an den Touchscreen.




Kurz vor dem Regen: Selbst stundenlanger Starkregen konnte dem Dura Case und
meinem iPhone nichts anhaben. Test bestanden!

Da ich während meiner Renneinsätze auch oft mit Straßenabschnitten zu kämpfen hatte, die getrost noch aus der Zeit von kurz nach dem Krieg hätten stammen können, kann ich auch verlässliche Aussagen zur Schocksicherheit machen: Kein Problem! Zwar sollte ich das hier vielleicht nicht so offen reinschreiben (mein Sponsor liest mit :), aber das Gerät ist mir tatsächlich zwei mal samt iPhone runtergefallen, einmal im Hotel, einmal sogar auf Asphalt. An der Funktionstüchtigkeit gibt es auch nach den Stürzen nichts auszusetzen.


Wie ebenfalls schon erwähnt, ist die Akku-Kapazität des Gerätes beeindruckend: Ich habe selbst nach stundenlangem Dauerbetrieb und 2 Wochen Lagerung ohne Wiederaufladen hatte ich bei erneuter Inbetriebnahme noch 50% bzw. 75% der Ladekapazität im Akku. Bei DuraCase in Mannheim liegt noch der aller erste Prototyp, den Roland Goschke im Januar 2014 für die ISPO aufgeladen hatte - Akku noch immer voll. Reicht also locker!


Abstriche musste ich leider bei der Topeak-Halterung machen: Die hat sich nach den 4 Rennen sehr hoher Beanspruchung als zu schwach heraus gestellt. Zwar drohte mir das Gerät nie wirklich abzufallen, aber es begann sich auf der Befestigung zu drehen, was einfach nur nervig ist. 

Diese Beobachtungen, wie alle anderen Testergebnisse auch, bespreche ich natürlich mit den Produktentwicklern bei DuraCase, sodass die Features, die zum Gerät aus der Serienproduktion erhältlich sein werden, dahingehend überarbeitet und geprüft werden. Zum Seriengerät wird es ein Halterungs-System geben, das ohne Topeak auskommt und diese Schwächen nicht mehr haben wird.



Das Serien-Dura Case für iPhone 5 in der Mitte: Für den
Rennrad-Vorbau eine akzeptable Größe.

Ich jedenfalls freue mich, ab 2015 dann einen Prototypen der zweiten Generation an meinem Cervélo fahren zu können: Lighter, slimmer & schicker.



Was bringt die Zukunft auf dem Rennrad?



Einen kleinen Blick in die Zukunft will ich auch wagen - immerhin ist das mein berufliches Metier. Was zunächst das DuraCase angeht, so sehe ich Roland Goschke und dessen Team auf dem richtigen Weg: Die Zielgruppe "Smartphonebesitzer, die Sport treiben und diesen tracken wollen" ist größer als jene der auf spezialisierte Single-Use-Geräte (wie Garmin) ausgerichteten, eher ambitionierten Sportler. Das Einsatzgebiet des DuraCase beschränkt sich ja deshalb nicht ausschließlich auf den Radsport - im Gegenteil, Roland sieht das Fahrrad, respektive das Rennrad, noch eher als die kleinste Anwendergruppe. Wanderer, Offroader, Mountainbiker, Segler, Gleitschirmflieger und selbst Kanu- und Kajakfahrer ergeben eine große Menge an nützlichen Einsatzgebieten für das DuraCase.

"Wir werden sicher in 2015 eine DuraCase-Version für Samsung-Smartphone sehen", sagt Roland und das freut mich persönlich: So kann ich endlich mein eigenes Galaxy nutzen. "Weiterhin optimieren wir beim DuraCase natürlich die Akkuperformance, das ist ein stetes Thema bei dem viel Potenzial ist - was sicher auch die Größe des Gerätes - obschon in der Produktionsversion schon deutlich kleiner - noch weiter verringern wird."




Das Serien-Dura Case für iPhone 5. Es soll auch eine
Variante für das iPhone 6 erhältlich sein.

Für Torsten Frank sind die Entwicklungen, die wir auf dem Rennrad sehen werden, relativ klar: "Die Individualisierung und damit die Palette der angebotenen Geräte und deren Features wird zunehmen: Jeder wird sich genau das herauspicken und zusammenstellen können, was er braucht." Das schließt für Torsten natürlich auch die Funktion ´Ich bin dann mal weg´ein - der Luxus des Abschaltens. "Wenn du mich nach dem Gadget der Zukunft fragst, für mich sieht das so aus: Ein Rundum-Sorglos-Device. Genug große Darstellungsfläche für Karten, Daten, Kommunikation, robust und stylisch zugleich, dabei natürlich leichtgewichtig. Vielleicht eine Art Smartwatch? Eine Verbindung zum Smartphone - oder sende-/empfangsfähigem Gerät ist selbstverständlich." Es wird für ihn vermutlich eine Welle neuer, immer besserer Bluetooth-Anwendungen geben, auch sieht Torsten die Möglichkeiten, die Internet und GPS bieten, noch nicht ausgereizt.


Ich kann hier meine Vision vom Rennrad der Zukunft beisteuern, die vielleicht noch ein paar Schritte weiter geht. Ich denke, wir werden vor allem im Bereich der Werkstoffe Fortschritte sehen. Auch hier ist die Verbundstoff-Forschung gerade durch Impulse aus Luft- und Raumfahrt noch lange nicht am Ende. Schon jetzt gibt es Carbon-Rahmen mit Beimischung weiterer Materialien zur Stabilisierung oder mehr Elastizität, wir sehen Rennrad-Gabeln mit Hanf-Fasern und Elastomer-Inserts. Das bietet natürlich auch den elektronischen Gadgets enorme Spielräume: Schon jetzt kann man Rennräder mit integrierten Sensoren (bei Trek zum Beispiel) kaufen und ich denke, das wird sich ausweiten. Vielleicht wird das Bike der Zukunft eine interne Überwachung der Zug- und Dehnkräfte haben, kann uns vor Überanspruchung und Materialermüdung warnen - ähnlich wie der VW, den unsere Werkstatt erst einmal an den Diagnosecomputer anschließt, sodass das Auto ihm sagen möge, welches Teil demnächst den Geist aufgeben mag?




Wird das die Zukunft sein? Beispiel Oakley.

Ich gebe Torsten Recht, wenn er sagt, dass mehr und mehr "Devices" kommen werden. Ein massiver Trend sind die Wearables, also im wahrsten Sinne des Wortes "tragbare" Computer: Vielleicht wird uns demnächst das intelligente Trikot aufgrund von Schweißmenge und -zusammensetzung Trink-Pausen und die optimale Zusammensetzung einer Isodrink-Mischung empfehlen? Vielleicht der intelligente Rennrad-Schuh automatisch von sommerlichem "lüften"-Modus auf "wasserdicht" schalten, wenn hinter dem Berg das verregnete Tal zu durchqueren ist? Die OLED-Technologie wird Einzug halten, ebenso wie Sprachsteuerung und die weitere Integration der Systeme in das Rennrad selbst, wie die erst kürzlich veröffentlichte Vision von Oakley zur "Future of Cycling" anhand eines beeindruckenden Lenker-Konzeptes zeigte.


Interessant im Bereich Internet und WiFi-Technologie sind Gedankenspiele zur Automatikschaltung. Schon jetzt gibt es erste Versuche mit Wireless-Elektronikschaltungen, SRAM testet bereits, ich bin mir sicher, dass wir demnächst Bluetooth-Shifter der Di2 von Shimano sehen werden. Der Schritt zur Automatik ist dann nicht mehr weit: Anhand von Kurbelumdrehungen, Lage des Rennrads und Power-Messung wird die Schaltung entscheiden können, welches Ritzel am optimalsten zur Belastung passt - oder eben zu meinem Trainingsplan.


Richtig spannend und abgefahren wird es dann bei den - natürlich vorrangig aus PR-Gründen für Messen und Magazine hergestellten - Concept-Bikes verschiedener Hersteller. Erst kürzlich begeisterte Canyon mit seinem MRSC Connected. Der Trend geht hier zu einem Bike, dass sich selbsttätig auf den Untergrund anpassen kann - Dämpfungseigenschaften werden verändert. Andere Firmen gehen noch einen Schritt weiter und arbeiten an Bikes, die sich auf jeden Untergrund und jede Einsatzart einstellen - Mountainbike, Rennrad, Time-Trial in einem. Vorstufe könnte hier zum Beispiel das BMC Impec Concept Bike sein.




Zukunftsmusik? Teile davon werden wir sicher demnächst als 
ganz normal ansehen: Das Impec Concept Bike von BMC.

Sicher, was die Zukunft bringt, können wir nicht wissen. Doch sicher ist, das auch und vor allem die Rennradbranche auf der technologischen Welle weiterreiten wird. Schon allein, um die zahlungskräftige Kundschaft mit immer neueren Gadgets und Features zu begeistern. Was dann natürlich auch die Puristen unter uns freuen wird: Je mehr Technik die Rennräder auf den Asphalt bringen, desto größer wird auch die Klientel derer werden, die sich auf das Puristische, den Ursprung besinnen und sich das einfache Stahlrahmen-Bike zurücksehnen. Wir werden sehen - es bleibt jedenfalls sehr spannend.


Zurück ins Hier und Jetzt, wo mit dem DuraCase zumindest die akut klaffende Lücke schließt, zwischen den vielen Vorteilen, die ein Smartphone mitsamt seiner ganzen Palette an individuellen Apps bietet und den Nachteilen, welche die Empfindlichkeit und vor allem die Lebensdauer des Akkus betreffen. Das DuraCase wird 139 € kosten und kann schon jetzt vorbestellt werden: Hier.


Die DuraCase nEveresting Testivals: Mit Lousy Legs an die Grenzen gehen.


Ihr besitzt selbst ein iPhone? Ihr interessiert Euch für das DuraCase als Alternative zu Garmin, Sigma und Co? Wir bieten in dieser Renn-Saison 2015 an, dass Ihr gemeinsam mit uns bei einer sportlichen Höchstleistung das DuraCase im echten Einsatz testen könnt. 


Bereits im Mai startet das erste unserer DuraCase nEveresting Testivals (mehr Informationen hier) hier in Hamburg: Wir laden Euch ein, gemeinsam mit uns ein Wochenende am Fuße des mächtigen Mortirolo zu verbringen. Dort erwartet Euch nach einer Übernachtung (allerdings wird das eine kurze Nacht ... :) ein ganzer Tag (und die Nacht) Everesting an dieser legendären Steigung - sammelt Eure 8.848 Höhenmeter und erklimmt damit symbolisch den höchsten Berg der Welt. 


DuraCase stattet Euch mit einem Gerät und der dazu gehörigen Halterung aus. Wer kein iPhone hat, der bekommt natürlich eines samt Rennrad-App.


An- und Abreise, zwei Übernachtungen mit Frühstück sowie Verpflegung und Getränke werden durch uns organisiert. Ihr müsst dann halt nur noch kurbeln ...

Wer von Euch Interesse hat, der kann mich gerne über das Kontaktformular hier im Blog für nähere Informationen, den Preis des Spaßes und Termine kontaktieren.





Wie trackt Ihr Eure sportlichen Aktivitäten auf dem Rennrad und welche Hard- und Software nutzt Ihr? Ich freue mich auf Eure Kommentare.



Herzliches Danke an Torsten Frank für die Antworten und die schicken Fotos! Torsten kommt aus dem Wittgensteiner Land (das ist im Kreis Siegen, NRW) und fährt leidenschaftlich gern Rennrad - was er mit seinem zweiten Hobby, der Fotografie verbindet. Torsten bloggt hier regelmäßig - und seine tollen Fotos könnt auch hier direkt in seinem Flickr-Account bestaunen.











MORTIROLO 15.-17. Mai - JETZT ANMELDEN
MONT VENTOUX 29.-31. Mai
RETTENBACHFERNER 19.-21. Juni
COL DU GALIBIER 7.-9. August
COL DE LA BONETTE 28.-30. August

Bei Fragen, zur Anmeldung oder unverbindlichen Reservierung eines Startplatzes nutze bitte das Kontaktformular hier im Blog.